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Miriam Kugler ist seit Juli 2011 Mitarbeiterin im Patenschaftsprogramm von BOCCS. In ihrem aktuellen Rundbrief berichtet sie von interessanten Erlebnissen in Sambia mit Bussen, Autos und Kerzen.

Miriam Kugler"Ishina lyandi nine Miriam", so stelle ich mich in Kabwe auf Bemba vor, und diese ersten Bemühungen, die Sprache zu lernen, stoßen bereits auf große Begeisterung. Neben der Aufregung von Umzug und Wohnungssuche verlaufen die ersten Wochen hier gleichzeitig entspannt. Es klingt sicher komisch, wenn ich sage:  "Es fühlt sich normal an." Schließlich bin ich in Afrika, und hier müssten die Uhren doch anders ticken. Das stimmt auch, aber wichtig ist doch, dass die Uhren überhaupt ticken!

Ein kleines Beispiel zum Veranschaulichen: Ich bin hier in Kabwe gestern mit einem Minibus gefahren. Dafür gibt es vorgesehene Haltestellen, festgelegte Richtungen und eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Busse zum richtigen Ziel fahren. Anders als in Deutschland ist allerdings, dass der Fahrer zu keiner bestimmten Zeit losfährt, sondern erst dann, wenn der Bus voll besetzt ist, und zwar WIRKLICH voll besetzt, bis zum letzten Platz und Klappsitz. Das heißt also: umdenken. Wenn man dazu bereit ist, dann läuft eigentlich alles normal.

Nun zu einem interessanten Erlebnis während der Arbeitszeit. Mit einem Kollegen fuhr ich mit dem Auto in die Stadt, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Als wir wieder aus dem Geschäft kamen und ins Auto einsteigen wollten, fiel mir der abgebrochene Türgriff an der Fahrertür auf. Vergeblich suchten wir kurz den Boden ab, entschieden uns dann dafür zum BOCCS-Gebäude zurückzufahren und schlossen den Wagen auf. Wir wollten gerade einsteigen, als uns ein Sambier gestikulierend darauf hinwies, dass unser Auto zwei Parklücken weiter stehen würde. Tatsächlich: Es war das gleiche Modell in der gleichen Farbe und wir konnten einfach nicht glauben, dass wir gerade ein falsches Auto erfolgreich aufgeschlossen hatten und fast eingestiegen und losgefahren wären!

Miriam mit einigen sambischen Kindern auf der Ladefläche eines (in diesem Fall parkenden) Trucks.

Eine weitere Erfahrung aus dem täglichen Leben betrifft das Thema Kerzen. Ich mag es gerne gemütlich und stelle deshalb oft Kerzen auf. Als uns sambische Freunde meiner Mitbewohnerin Catrin zum Tee zu Hause besuchten, schauten sie direkt bei ihrer Ankunft überrascht auf die drei Teelichter auf dem Tisch und fragten nach dem Zweck; schließlich hätten wir doch gerade keinen Stromausfall!

Catrin hat mir nach dem Besuch erklärt, dass Kerzen in Sambia fast ausschließlich eine Nutzfunktion haben. Das hat mir gezeigt, wie sehr wir in Deutschland schon in diesen kleinen Dingen anders denken und anders geprägt sind. Sicher werde ich trotzdem immer mal die eine oder andere Kerze aus Stimmungsgründen anzünden, aber mein Umgang damit ist bewusster geworden.

Gestern gab es allerdings einen Stromausfall (das kommt zurzeit ca. 1-2 Mal pro Woche für 1-2 Stunden vor), so dass wir in der WG berechtigterweise einen sehr gemütlichen Abend bei Kerzenschein verbrachten. Und da unsere Spaghetti noch nicht fertig gekocht waren, haben uns vier Teelichter sogar geholfen, die Nudeln bis zum Al-Dente-Zustand weiter zuzubereiten.

Begegnung mit einer Giraffe im NationalparkAbschließen möchte ich meinen Bericht mit einem Satz auf Bemba: "Nitwemwa – ich bin glücklich." Natürlich denke ich oft an Deutschland, weil ich das Land mag und Familie und Freunde dort vermisse. Doch gleichzeitig fühle ich mich hier in Kabwe gerade richtig zu Hause!

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