MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Seit vielen Jahren ist der MV durch eine Partnerschaft mit der sambischen Christian Community Church (CCC) verbunden. Die CCC unterhält mehrere Jüngerschafts- und Bibelschulzentren in ganz Sambia. Traugott Hartmann war er Ende 2010 für mehrere Monate vor Ort in Sambia und berichtet über eine neue Station in Kalombo und deren Leiter Teddy Chinyama.

Dass dem Mülheimer Verband insbesondere in der Missionsarbeit die Ausbildung des Nachwuchses am Herzen liegt, ist bekannt. Auch für die sambische Partnerkirche des MV, die Christian Community Church (CCC) ist das ein Schwerpunkt. Die CCC unterhält vier Jüngerschaftsschulen, genannt "Discipleship Training Centres" (DTC), und eine Bibelschule, das "Buyantanshi Theological College" in Kabwe. Während meines letzten Aufenthalts in Sambia besuchte ich die über das Land verteilten DTCs und informierte mich über den aktuellen Stand der Arbeit. Folgend möchte ich das "Kalombo DTC" und dessen Leiter Teddy Chinyama vorstellen:

Teddy Chinyama - unser Mann in Chavuma

Teddy ChinjamaTeddy Chinyama ist "unser Mann" für den Distrikt Chavuma im äußersten Nordwesten Sambias, dicht an der Grenze zu Angola. Er wohnt mit seiner Frau Sharon und ihren fünf Kindern in Kalombo, am Ostufer des Sambesi.

Das war allerdings nicht immer so: Teddy gehört dem Bantuvolk der Luvale an. Er war ein guter Schüler und half seinem Vater in der traditionellen Landwirtschaft, weil es kaum lukrative Alternativen gab. Doch Teddy wagte den Schritt heraus aus seinem gewohnten Umfeld. Er begann, als ein selbständiger Unternehmer zu arbeiten und bekehrte sich aus der Gepflogenheit der Luvale heraus ganz klar zu Jesus Christus. Er heiratete eine gläubige Frau, ebenfalls aus dem Volk der Luvale, und gründete mit ihr eine Familie. Sein Geschäft führte er nach christlichen Grundsätzen und war damit sehr erfolgreich. Trotzdem half er treu in der Gemeinde und brachte sich auf verschiedenen Gebieten ein.

Teddys Fähigkeiten wurden schon bald von der Gemeinde erkannt und auch er selbst verspürte den klaren Ruf, dem Herrn ganz zu dienen. Er war bereit, seine Familie zurück zu lassen und auf dem "Living Water Bible College" Kaniki im Kupfergürtel, 800 Kilometer von seinem zu Hause entfernt, zwei Jahre lang Theologie zu studieren. Er zahlte die Studienkosten größtenteils selbst; seine sendende Gemeinde und der Missionar Lorne Ferguson unterstützten ihn, wo immer es noch fehlte.

Missionar auf der anderen Flussseite

Nach dem Studium wurde Teddy die "rechte Hand" des inzwischen verstorbenen amerikanischen Missionars Lorne Ferguson und arbeitete zusammen mit Heinz Reichel auf der Lukolwe-Station am Westufer des Sambesi. Nur ein verhältnismäßig kleiner Landstrich Sambias liegt auf der Westseite des Flusses, ein Großteil des Landes und auch die Hauptstadt Lusaka liegen auf der Ostseite. Die Überquerung des drittgrößten Flusses Afrikas war also oft notwendig und besonders in der Regenzeit mit der nur unzuverlässig verkehrenden Regierungsfähre gefährlich. Deshalb konstruierten die Männer ihr eigenes "Floß" aus Benzinfässern, was die Überquerung des Flusses zwar unabhängiger, aber nicht weniger abenteuerlich machte.

Flussüberquerung in Sambia

Auf der Lukolwe-Missionsstation lag der Arbeitsschwerpunkt auf Evangelisation in der Luvale-Sprache sowie der Ausbildung des Nachwuchses durch eine Bibelschule. Nach dem Tod Fergusons war Teddy als Leiter der Bibelschule und Administrator eines Hospitals voll ausgelastet. Das größte Hindernis in der Versorgung und Kommunikation war jedoch immer wieder die Flußüberquerung – bis heute gibt es über eine Strecke von mindestens 300 Kilometern flussauf- und abwärts keine Brücke über den Sambesi.

Kalombo - die höchste Ehre

Um dieses natürliche Hindernis zu überwinden und die stetige Gefahrenquelle auszuschalten, war es von daher unser Bestreben, ein geeignetes Stück Land am Ostufer des Flusses zu erwerben. Die "üblichen" Schwierigkeiten und Enttäuschungen traten auf. Nachdem wir von einem zugeteilten Grundstück vom "Chief", dem Stammeshäuptling, verjagt wurden, hatten wir danach die "Freude", ein ebenfalls zugeteiltes und empfohlenes Grundstück in einer ungewöhnlich heftigen Regenzeit komplett "unter Wasser" zu sehen. Schließlich entschieden wir uns für das uns angebotene Grundstück am Kalombo-Flüsschen. Es ist 27 Hektar groß, liegt an der Haupttraße, die von der Kreisstadt Zambezi nach 100 Kilometern nach Chavuma führt.

Das Wort "Kalombo" ist in der Luvale-Sprache ein Wort großer Ehrerbietung: Man beugt sich tief und erweist dem "Chief" mit zahllos wiederholtem "Kalombo-Kalombo" die höchste Ehre. Selbstverständlich ist "Kalombo" ein Lieblingsbegriff im Lobpreis und auch die Gebete der Gläubigen beginnen meist mit den Worten "Kalombo-Kalombo". Die Ortsbezeichnung Kalombo ist also ein durchaus passender Name für eine christliche Einrichtung.

Nachdem die rechtlichen Voraussetzungen, wie der Grundbucheintrag auf den Namen der CCC, geschaffen waren, konnten wir mit konkreten Planungen beginnen. Teddy legte ein beeindruckendes Gesamtkonzept und Einzelpläne vor. Mit lokalen Mitteln und unter extrem schwierigen Umständen realisiert er diese Jüngerschaftsschule nach dem Prinzip aus Matthäus 6, Vers 33: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch alles andere zufallen!"

Bau der neuen Station

Hausbau in SambiaHausbau in Sambia

Zuerst wurde ein "Schuppen" für eine vom MV finanzierte Maismühle errichtet, aus deren "Ertrag" die notwendigen Gebäude finanziert werden sollten. Obwohl Teddy früher in der Missionsstation in Lukolwe in einem geräumigen, von ausländischen Missionaren erbauten Haus wohnte, bot er an, mit seiner inzwischen herzkranken Frau Sharon und ihren fünf Kindern in einen Lagerschuppen in Kalombo einzuziehen. Es war ihm wichtiger, zuerst die Kirche zu bauen. Mit Gemeindegliedern formten, brannten, transportierten und vermauerten die Missionare tausende Ziegelsteine. Das "Bauholz" für die Dachkonstruktion wurde auf dem Grundstück selbst geschlagen, zugeschnitten und aufgesetzt. Ich konnte aus Spenden aus dem MV Dachplatten kaufen und aus der über 1250 Kilometer entfernten Hauptstadt Lusaka nach Kalombo transportieren. Mit großer Freude berichtete mir Teddy vor Kurzem, dass sie am Freitagabend mit dem Dachdecken fertig geworden wären – Samstagnacht kam ein Wirbelsturm, deckte das Dach ab und schleuderte die Zinkwellblech-Platten 500 Meter weit durch die Luft. Ein großer Sachschaden wurde angerichtet. Ich ermutigte Teddy und richtete ihn auf, indem ich von der gleichen Fabrik, die gleiche Anzahl Platten mit dem gleichen Transporter zu ihm schicken ließ – und jetzt steht eine schmucke, mit Natursteinen verkleidete Kirche als Mittelpunkt des Zentrums in Kalombo. Die Kirche ist gleichzeitig Lehr-und Unterrichtsgebäude. Inzwischen wurden ein Wohn- und Schlafsaal mit 20 Räumen, eine Werkstatt und andere "Hütten" für Mitarbeiter errichtet. Die Baumaterialien und das Feuerholz (zum Ziegelbrennen) stammen größtenteils vom 27 Hektar großen Gelände selbst. Dabei leistet der "Güldner Traktor", der aus Harreshausen in einem Kleider-Kontainer nach Kalombo geschickt wurde, unschätzbare Dienste. Teddy hat außerdem kleine Fischteiche angelegt und baut Mais, Sonnenblumen, Soya, Süßkartoffeln und anderes Gemüse an.

Das Ausbildungszentrum wächst

Der Hauptzweck der Station in Kalombo ist die Ausbildung und Zurüstung von Mitarbeitern. In dreimonatigen Kursen werden etwa 40 Teilnehmer, die von ihren Gemeinden geschickt werden, in Theorie und Praxis in allen Bereichen des christlichen Lebens angeleitet. Teddy benutzt, wie die anderen DTCs und die Bibelschule in Sachibondu, das Lehrmaterial der "Global Christian University" und unterrichtet in der lokalen Stammes-Sprache. Zu Auffrischungskursen kommen bis zu 100 Teilnehmer, die teilweise mangels ausreichender Gebäude im Freien oder in Grashütten "hausen" müssen. Sie kommen aus den Distrikten Chavuma und Zambezi, sowie aus Angola und Kongo. Ein engagiertes Kommittee und Teddys Frau Sharon unterstützen ihn dabei tatkräftig. Eine gute Ausbildung ist und bleibt die beste Grundlage einer soliden Arbeit, gerade in der Mission. Es lohnt sich!

Ein Haus für Teddy und seine Familie

Trotz aller guten Entwicklungen, sollte eins nicht übersehen werden: Teddy und seine Familie wohnen noch immer in dem Lagerschuppen. Es ist wirklich an der Zeit, dass das mittlerweile angefangene Wohnhaus für unseren fleißigen Mann Gestalt annimmt und fertig wird. Die Fundamente sind gelegt; lokales Baumaterial ist vorhanden. Zement muss allerdings gekauft und von der Hauptstadt nach Kalombo transportiert werden – und das kostet Geld. Viel Geld! Ein Sack Zement kostet etwa 20 Euro und es werden noch rund 350 Säcke gebraucht.

Traugott Hartmann
hat früher als angestellter MV-Missionar im Leitungsteam der CCC mitgearbeitet. Heute nimmt er eine ehrenamtliche Beauftragung für die Kontaktpflege zur CCC wahr.

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