MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Der Mülheimer Verband und die Gemeinden und Schulungsszentren der Christian Community Church (CCC) in Sambia sind seit vielen Jahren durch eine Partnerschaft eng verbunden. Die ehemaligen Sambiamissionare Traugott und Christl Hartmann nehmen seit ihrer Pensionierung und Rückkehr nach Deutschland die Kontaktpflege zur CCC ehrenamtlich wahr und reisen zu diesem Zweck regelmäßig nach Sambia. Die Herausforderungen und Höhepunkte des letzten Einsatzes der beiden beschreibt Traugott Hartmann in einem abwechslungsreichen Reisebericht.

Kaum waren Christl und ich in unserer zweiten Heimat Kabwe angekommen, wurde unser Einsatz jäh unterbrochen. Uns erreichte die Nachricht, dass Christls Mutter durch Erbrochenes in der Lunge im Sterben läge und medizinisch nichts mehr zu machen wäre. Sofort arrangierten wir einen Rückflug, sodass Christl noch die letzten Stunden oder Tage bei ihrer Mutter sein könnte. Glücklicherweise erreichten wir Deutschland rechtzeitig und Christl konnte noch einige Tage am Sterbebett ihrer Mutter in Ostfriesland verbringen. Als Mutter dann verstorben war, organisierte ich meinen Rückflug. Den Dienst bei der Beerdigung teilte ich mit einem dortigen Pastor in Ostfriesland, wo wir uns mit Freunden und Verwandten in einer würdigen Feier von ihr verabschiedeten.

Wieder zurück in Sambia, warteten auf Christl und mich verschiedene Herausforderungen und viel Arbeit in Administration, Lehr- und Besuchsdiensten in den Gemeinden sowie in den Jüngerschafts- und Bibelschulen der CCC.

Erfolgreiche Absolventen

Verleihung des Advanced CertificateAm Samstagmorgen fand zum Abschluss eines einmonatigen Blockseminars eine Feier im Buyantanshi Christian Center (BCC) in Kabwe statt. Neun Studenten und eine Studentin hatten einen zweijährigen Fernlehrgang der "Global Christian University" im Fachbereich "Christian Service" erfolgreich absolviert. Die "Global Christian University" bietet mehrere Fernlehrgänge an, die durch örtliche Blockseminare vertieft werden. In unserem Fall fanden diese Seminare im BCC Kabwe statt, sodass die Studenten parallel mit der CCC vertraut gemacht und als Gruppe zusammengeschmiedet wurden.

Sie erschienen nun in der eigens dafür angefertigten Kluft mit Doktorhut zur Absolventenfeier. In einer würdevollen Zeremonie, bei der ich als Ehrengast sprechen durfte, händigte ich ihnen das "Advanced Certificate" aus. Natürlich wurde danach bei einem besonderen Essen mit der Gemeinde und einigen Familienangehörigen entsprechend weiter gefeiert.

Entlassungsfeier der Studenten

Gemeinsame Besprechungen

Schon am Freitag begannen wir mit den Besprechungen des National Apostolic Teams (NAT), das in etwa dem MV-Ältestenrat entspricht. Auch der sogenannte "Overseer" (Präses) der CCC, Watson Chilapu, konnte daran phasenweise teilnehmen. Watson Chilapu hatte vor Kurzem einen Schlaganfall erlitten und war nach seinem Krankenhausaufenthalt nun zur Erholung nach Kabwe gekommen. Somit war auch die Absolventenfeier harmonisch eingebunden und das NAT war zum ersten Mal ganz mit dabei. Das war wichtig!

Jugendkonferenz in Sachibondu

Diese nationale Konferenz auf der Missionsstation in Sachibondu war mit über 4.000 (gezählten) Teilnehmern sehr erfolgreich. Die Sprecher waren Teddy Chinyama und Alex Kambiambia, deren Predigten ein großer Segen waren. Das zeigte sich auch an der Spende. Watson Chilapu, über dessen Gesundheitszustand damals die schlimmsten Gerüchte kursierten, (z.B. er könne nie mehr sprechen und laufen, müsse als Pflegefall im Rollstuhl verbleiben) zeigte sich kurz zusammen mit dem Chief Kanyama. Beide wurden von der Menge mit tosendem Beifall begrüßt und zogen sich sofort wieder zurück. Für eine Konferenz-Teilnehmerin aus der Ikelenge-Gemeinde, deren Haus während der Konferenz abbrannte, legte die Jugend spontan 500.000 Kwacha (ca. 70 Euro) sowie Kleider und Schuhe zusammen.

Frauenkonferenz in Solwezi

In Solwezi hatten sich über 3.000 Frauen versammelt. Als Sprecherinnen waren Mrs. Mutwila, Mrs. Kadochi und Mrs. Chikotola eingeladen. Auch die Frauen legten viele Spenden zusammen, von dem entsprechende Anteile an die Sprecherinnen und an den Overseer gingen. Leider wurde Mrs. Mutwila gleich nach der Konferenz sehr krank und kam ins Mukinge Missionskrankenhaus, wo man ihr an beiden Füßen die Zehen amputieren musste. Traurigerweise ist sie zwischenzeitlich verstorben.

Weiterbildung von Alex Kambiambia

Alex Kambiambia, der Schulleiter des "Buyantanshi Theological College" (BTC) in Kabwe, absolviert zur Zeit eine Weiterbildung beim "Trans-Africa Theological College" in Kitwe. Freudig und anerkennend kann ich berichten, dass Alex dort bereits das vierte Seminar erfolgreich absolviert hat. Er muss noch vier weitere besuchen, die jeweils in den Semesterferien unserer und ihrer Bibelschule abgehalten werden und so kann Alex innerhalb von zwei Jahren einen Abschluss als "Bachelor of Theology" erhalten. Damit ist er als Schulleiter des BTC besser qualifiziert und kann unsere Studenten und zukünftige Pastoren noch besser vorbereiten. Der MV unterstützt ihn durch die Übernahme der Hälfte der Studienkosten. Die andere Hälfte zahlt die CCC.

Grundstücksvermessung

Vermessung der CCC-GrundstückeAlle CCC Grundstücke, auf denen wir Kirchengebäude, Jüngerschaftsschulen, Häuser und einiges mehr errichtet haben, mussten offiziell vermessen werden, um neue Besitzurkunden für 99 Jahre ausgestellt zu bekommen. Das ist recht kompliziert und kostspielig, weil dies nur von zugelassenen Geometern durchgeführt werden darf – und diese Leute überlastet und deshalb für lange Zeit im Voraus ausgebucht und teuer sind. Mit einem Bekannten aus Kabwe, einem Regierungs-Geometer, konnte ich eine Sonderregelung aushandeln: Wenn ich persönlich mit ihm die entsprechenden Grundstücke besuchen, um die Arbeiten durchzuführen, und ihm außerdem ein benötigtes Vermessungsgerät aus Deutschland mitbringen würde, könnte er dies als Anzahlung für seine Arbeiten anrechnen und uns einen Sonderpreis machen. Darauf gingen wir ein und informierten die betreffenden Gemeinden durch den Generalsekretär über die anfallenden Kosten. Somit fuhr ich mit dem Geometer vier Wochen  lang durchs Land. Wir vermaßen drei Jüngerschaftszentren, die Sachibondu-Missionsstation und mehrere Kirchengrundstücke in verschiedenen Städten und legten dabei über 4.000 Kilometer zurück. Nun sind die offiziellen Skizzen und Diagramme erstellt und die Verantwortlichen sind dabei, die neuen Erbpachtverträge über das zuständige Ministerium zu erwirken. Ich frage mich: Ist das auch Missionsarbeit?

Partnerschaft in Bewegung

Die über viele Jahre bestehende Missionspartnerschaft des  MV in Deutschland und der CCC in Sambia hat sich sehr zum Guten entwickelt: Während wir zu Beginn in allen Belangen Programme initiieren, bei Projekten vornweg gehen und darin anleiten mussten, haben unsere Brüder mehr und mehr Leitungs- und Führungspositionen und Verantwortung übernommen. Der "Ältestenrat", der BTC-Leiter, die Leiter der Bibelschule und der vier Jüngerschafts-Training-Zentren sowie alle Gremien auf Gemeinde-, Distrikt- und Nationalebene der Sonntagsschul-, Jugend-, Männer-, Frauen- und Pionierarbeit sind in sambischen Händen. Als "Verbindungsmann" bin ich zwar noch als "Ehrenmitglied" in allen Gremien gefragt, aber es läuft auch ohne mich. Somit hat sich unsere deutsche „Unterstützung“ ebenfalls völlig verändert. In Übereinstimmung mit dem Ältestenrat helfen wir finanziell nur noch auf drei Gebieten:

  1. Ausbildungssektor
  2. Pionier- und Expansionsprojekte
  3. Kirchenbau-Projekte mit einem Zuschuss zur Dachdeckung – und da gibt es noch viele Gelegenheiten, denn es werden ständig neue Gemeinden gegründet und Ausbildungsstätten errichtet!

CCC-Kirchenleitung mit Traugott Hartmann (re) und Manfred Vetter (hinten)

Es lohnt sich

Vor unserer Rückreise waren wir noch in Ndola, der Hauptstadt der Kupfergürtel-Provinz, zu Gast. Aus einer Pionierarbeit ist die englischsprachige Ndola-Central-Gemeinde entstanden, in der sich Lehrer, Beamte, Angestellte und andere höher gestellte Familien zu einer herzerfrischenden, lebendigen Gemeinde versammeln. Sechs bestehende CCC-Gemeinden in dieser Stadt, die sich in verschiedenen Stammessprachen zusammen fanden, haben jetzt nun eine englischsprachige "geboren". Allein der Sprache wegen erreichen sie eine andere "Klientel". Der Besuch war so wohltuend. Es lohnt sich also noch immer, in Mission und die zukünftigen Leiter durch Training und Ausbildung zu investieren und diese Partnerschaft fortzusetzen.

Traugott Hartmann

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  • Sonderspenden für das geplante Jüngerschafts- und Ausbildungszentrum der MV-Partnerkiche CCC in der sambischen Stadt Chisamba benötigt.
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