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Predigten aus dem MV:Manfred Vetter aus Flensburg spricht über Vergebung
- Details
- vom 28. Januar 2011
- Predigten aus dem MV: Manfred Vetter aus Flensburg spricht über Vergebung
- Irgendwann muss es genug sein
- Die erste Phase: Schuld benennen
- Die zweite Phase: Erfassen, was Sünde bedeutet
- Die dritte Phase: sich vom Erbarmen Gottes erfassen lassen
- Die vierte Phase: Freigeben
- Die fünfte Phase: sich selbst verändern lassen
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Manfred Vetter ist Pastor der Arche Flensburg. Er hielt diese Predigt über Vergebung am 29.8.2010. Weitere Predigten von Manfred Vetter können auf der Website der Gemeinde unter www.arche-flensburg.de/download/Download.html angehört werden.
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Die Kraft, vergeben zu können
Folgende Geschichte ist aktuell, ist mitten aus dem Leben gegriffen, ist persönlich, wühlt auf, ist überlebenswichtig, damals wie heute ein Thema, das uns alle berührt. Jesus hat sie erzählt: Matthäus 18 ab Vers 21 (Übersetzung: Hoffnung für Alle):
Da fragte Petrus: "Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er mir Unrecht tut? Ist siebenmal denn nicht genug?" "Nein", antwortete Jesus. "Nicht nur siebenmal, sondern siebzig mal siebenmal.
Man kann die neue Welt Gottes mit einem König vergleichen, der mit seinen Verwaltern abrechnen wollte. Zu ihnen gehörte ein Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete. Aber er konnte diese Schuld nicht bezahlen. Deshalb wollte der König ihn, seine Frau, seine Kinder und seinen gesamten Besitz verkaufen lassen, um wenigstens einen Teil seines Geldes zu bekommen. Doch der Mann fiel vor dem König nieder und flehte ihn an: 'Herr, hab noch etwas Geduld! Ich will ja alles bezahlen.' Da hatte der König Mitleid. Er gab ihn frei und erließ ihm seine Schulden.
Kaum war der Mann frei, ging er zu einem der anderen Verwalter, der ihm einen kleinen Betrag schuldete, packte ihn, würgte ihn und schrie: 'Bezahl jetzt endlich deine Schulden!' Da fiel der andere vor ihm nieder und bettelte: 'Hab noch etwas Geduld! Ich will ja alles bezahlen.' Aber der Verwalter wollte nicht warten und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er alles bezahlt hätte. Als nun die anderen sahen, was sich da ereignet hatte, waren sie empört und berichteten es dem König. Da ließ der König den Verwalter zu sich kommen und sagte: 'Was bist du doch für ein hartherziger Mensch! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich darum gebeten hast. Hättest du da nicht auch mit meinem anderen Verwalter Erbarmen haben können, so wie ich mit dir?' Zornig übergab er ihn den Folterknechten. Sie sollten ihn erst dann wieder freilassen, wenn er alle seine Schulden zurückgezahlt hätte. Auf die gleiche Art wird mein Vater im Himmel euch behandeln, wenn ihr euch weigert, eurem Bruder wirklich zu vergeben."
Was für schmerzliche Erfahrungen und Lebenserfahrungen mögen hinter dieser Frage stehen? Hinter dieser Frage, die Petrus so formuliert: "Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er mir Unrecht tut? Ist siebenmal nicht genug?" Vom Bruder ist da die Rede – das scheint ein Hinweis darauf zu sein, dass oft die Menschen, die uns am nächsten stehen (nicht nur die leiblichen Geschwister – hier ist ja auch der Volksbruder, der Volksgenosse gemeint), dass die uns wohl manchmal am tiefsten verletzen können. Dahinter steht die Erfahrung, dass Unrecht, das wir erleiden, oft nicht nur einfach eine einzelne Tat ist; oft steckt dahinter ja eine Haltung, etwas, das sich wiederholt und wiederholt; dass jemand mit Neid oder Eifersucht, mit Misstrauen, Missgunst begegnet, das lässt sich ja nicht einfach abstellen. "Ist siebenmal denn nicht genug?" und oft genug wird es ja von dem, der an uns schuldig wird, nicht einmal bemerkt.
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