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Lauenburg:"Die Friseurin ist da" - professionelle Haarpflege auf Spendenbasis
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- vom 02. Februar 2011
Die Friseurmeisterin Sabine Lubczyk betreibt seit zwei Jahren den Friseurladen Magic of Trendstyle in Lauenburg: einen "Ein-Frau-Betrieb" in einem Raum, den sie sich mit Unterstützung ihres Mannes Michael in ihrem Haus eingerichtet hat. Der Laden läuft gut, Sabine Lubczyk hat immer viel zu tun. Das wissen auch ihre Freunde und Bekannten aus der Christus-Gemeinde, zu der sie seit vielen Jahren gehört. In der Gemeinde kennt man sie vor allem mit der Gitarre: als Lobpreisleiterin und in der Jugendarbeit.
Im Herbst 2010 begann sie mit einem besonderen Projekt, in dem sie berufliches Können und diakonisch-missionarisches Engagement verbindet: Donnerstags, in 14-tägigem Rhythmus, schneidet sie im "Treffpunkt Moorring" (ToM), einem Nachbarschaftstreff im sozialen Brennpunkt, die Haare von Menschen, die sich einen Friseurbesuch nicht leisten könnten. Ihre dortigen "Kunden" bittet sie um eine kleine Spende, die sie an ihre Gemeinde weitergibt.
Wie hat man die Idee zu solch einem Projekt? "Ich hatte die Idee schon vor Jahren einmal, als ich von der Arbeit der Lauenburger Tafel hörte." Die Tafel gibt zweimal in der Woche im ToM Lebensmittel an Bedürftige aus. "Ich kannte dort aber keinen Ansprechpartner, und so verlief die Sache zunächst im Sande." Erste Kontakte ergaben sich dann durch eine Spielplatzarbeit der Christus-Gemeinde, die Sabine gemeinsam mit anderen in der Nähe des Nachbarschaftstreffs auf die Beine stellte, und durch ein Familienmitglied entstand eine Verbindung zur Tafel.
Allerdings gibt Sabine zu: "Zu dem Zeitpunkt hätte ich noch gar nicht gewusst, wie ich das in meinen Alltag hätte einplanen sollen. Aber ein gutes halbes Jahr später wurde mir klar, dass ich zu viel um die Ohren hatte und mein Leben neu sortieren musste."
Bei einer "Einladung zum Kaffee" im ToM zusammen mit ihrem Mann wurde die Idee dann konkret. Eine Mitarbeiterin fertigte einen Infozettel an - mit überwältigender Resonanz: "Der Service wurde super-gerne angenommen, obwohl der Zettel erst nur intern herumging." Inzwischen hängt er aus, wenn die Tafel geöffnet hat.
Inzwischen kann Sabine Lubczyk von vielen guten Erfahrungen berichten: "Manche sehen wirklich schlimm aus auf dem Kopf, wenn sie kommen; viele haben sich von einer Freundin oder Schwester die Haare schneiden lassen. Wenn sie dann ihre Wünsche äußern dürfen und anschließend das Ergebnis sehen, ist das zuweilen ein echter "Wow-Moment". Die Menschen bekommen wieder mehr Selbstbewusstsein, strahlen und sind glücklich; und wenn sie in den Gemeinschaftsraum zurück gehen, höre ich oft, wie sie mit Begeisterung von ihren Freunden empfangen werden."

Es ist ihr wichtig, Gott mit ihrem Dienst an den Menschen zu ehren. Sie erzählt, wie sie ihn genau darum gebeten hat, als sie zu ihrem ersten Einsatz ging und noch recht aufgeregt war. "Mein erster Klient war sehr wortkarg und sich spürte, wie angespannt ich war. Doch beim zweiten war das alles schon wie weggeblasen, und es ergab sich sogar, dass ich ihm nicht nur die Haare schneiden, sondern auch für ihn beten durfte."
Vor allem ist "die Friseurin" begeistert, wie dankbar die Menschen sind: "Mich erfüllt es mit großer Freude, das zu sehen und zu hören, und dafür danke ich meinem Herrn."
