MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Was die meisten von uns in den Nachrichten verfolgt haben, hat er vor Ort gesehen: Dr. Thorsten Fiering, Allgemeinarzt aus Winnenden (Baden-Württemberg) und Mitglied der Matthäus-Gemeinde Schwaikheim, war über Weihnachten 2013 in Tacloban auf den Philippinen. Dort hat er nach dem verheerenden Taifun Hayian ehrenamtlich medizinisch geholfen - und Menschen erlebt, die trotz des Leides dankbar sind.

Er wäre auch gerne Missionsarzt in Afrika geworden, schlug jedoch einen anderen Weg ein und leitet nun eine Hausarztpraxis in Winnenden. Im "Kleinen" erfüllt er sich jedoch hin und wieder seinen Traum und unterstützt christliche Hilfswerke im Ausland als Arzt bei Kurzeinsätzen. Eine dieser Organisationen ist "humedica" mit Sitz in Kaufbeuren (Allgäu). "humedica" war als eine der ersten Hilfsorganisationen mit einem Ärzteteam nach dem Sturm Hayian vor Ort in Tacloban, um den Opfern der Katastrophe medizinisch zu helfen.

Dr. Thorsten Fiering auf den Philippinen

Gleich im November wird Thorsten Fiering angefragt, ob er für einige Wochen auf die Philippinen reisen kann, und sagt zu: "Eigentlich ist es schwierig, Katastropheneinsätze mitzumachen, wenn man eine Praxis hat, denn man braucht kurzfristig eine Vertretung - und Katastrophen lassen sich nun einmal nicht vorausplanen." Doch da inzwischen zwei Ärztinnen in seiner Praxis mitarbeiten - eine davon seine Frau Ulrike - sind zwei Wochen über Weihnachten drin.

"Ich bekam 3 Wochen nach der Katastrophe Bescheid, dass ich gehen könnte. Ich habe gefragt, was denn jetzt das Schlimmste dort sei, und bekam zur Antwort: 'Das Schlimmste ist der Leichengeruch überall.'. Zudem hieß es, die Ärzte essen dreimal am Tag Kekse. Da dachte ich: Das wird ein echt harter Einsatz!". Noch einmal 2 Wochen später, als Thorsten Fiering ankommt, hat sich die Lage jedoch schon deutlich stabilisiert: Geschäfte haben wieder geöffnet, man kann Lebensmittel kaufen und: "Die eigentliche Katastrophenmedizin war auch schon durch."

Ein Stück "Alltag" hat sich wieder eingestellt.

Das Ärzteteam von "humedica" arbeitet nun in der medizinischen Grundversorgung, vor allem im Krankenhaus "Mother of Mercy", das die Hilfsorganisation direkt nach dem Taifun quasi "übernommen" hatte: "Es gab nach dem Sturm keinen Arzt mehr in dem Krankenhaus. Sie hatten zwar alle überlebt, aber mussten erst einmal ihre eigenen Katastrophen managen." Nach Fierings Einschätzung waren noch 10% der Häuser in Tacloban intakt, 50% demoliert und 40% völlig zerstört. Insgesamt hatte Hayian 3,6 Millionen Menschen obdachlos gemacht.

Das Krankenhaus "Mother of Mercy"Fünf Krankenhäuser hatte die Stadt, es stehen davon noch vier. Aber nur im städtischen Hospital und im christlich geführten "Mother of Mercy" bekommen Menschen ggf. auch ohne Bezahlung Hilfe - die übrigen beiden sind Privatkrankenhäuser. Zur Zeit bezahlt "humedica" dort Pflegepersonal und Ärzte, und beschafft die notwendigen Medikamente - solange die Spendengelder ausreichen.

Neben der Arbeit im Krankenhaus beteiligt Fiering sich auch an Einsätzen in umliegenden ländlichen Gebieten, denn auch dort muss die medizinische Grundversorgung der Menschen sichergestellt werden. "So bin ich sogar zu meinem ersten Hubschrauberflug gekommen: Bei einem Treffen der Hilfsorganisationen habe ich einen Amerikaner kennengelernt, der suchte einen weiteren Arzt für einen Besuch in einem Gebiet, wo man mit dem Auto nicht hinkommt. 'Wie kommt IHR denn dahin', habe ich gefragt - und war natürlich sofort dabei!"

Zerstörte Häuser in Tacloban

Außerdem arbeitet er an einem WHO-Impfprogramm mit, das zur Senkung der Kindersterblichkeit beitragen soll und verteilt Hilfsgüter an Familien: Wasserspendern und Kleidung: "Es gab z.B. T-Shorts von Bayern-München, keine Ahnung, wer die gespendet hatte. Da liefen auf einmal ganz viele Kinder mit 'Danke, Jupp!' auf der Brust herum!"

"Danke, Jupp!"Am meisten aber haben Thorsten Fiering die Menschen auf den Philippinen beeindruckt: Ihr ungeheurer Überlebenswille, ihre Dankbarkeit und Freude - obwohl sie vielleicht alles verloren haben.

So kommt er zu einem Haus, von dem nichts mehr übrig ist, außer einem Stück von einer Innenwand. Der Mann, der dort wohnt, hat ein Brett darüber gelegt und sein Bett darunter geschoben. Er steht mit seinem Kind auf dem Arm neben dem Haus, und der Arzt äußert sein Mitgefühl, dass sein Haus zerstört wurde. "Da strahlt er mich plötzlich an und sagt: 'Ich habe überlebt! Wir haben alle überlebt!'".

Als das Wasser kam, hatte der Mann zwei seiner Kinder auf den Arm genommen und seine Frau das dritte - und sie sind geschwommen. Um Kraft zu sparen, haben sie sich immer wieder herabsinken lassen und dann mit den Füßen nach oben gestoßen, um Luft zu holen.

"Wir haben alle überlebt!", freut sich dieser Mann mit seiner Frau und seinen drei Kindern.

Ein einheimischer Arzt berichtet ihm, wie in seinem Haus das Wasser innerhalb von 3 Sekunden 1,5 Meter gestiegen ist; nach 10 Sekunden stand es 3 Meter hoch. Sie mussten also schnell in das wegen des Sturms eigentlich "gefährliche" Obergeschoss flüchten, und haben durch die Fenster dann noch in der Flut schwimmende Nachbarn gerettet.

Sieben Stunden wütete der Sturm insgesamt, davon 2,5h mit über 300 Stundenkilometern. "Ich habe die Leute gefragt, was sie denn in den zweieinhalb Stunden gemacht haben - und wirklich ALLE sagten mir: 'Wir haben gebetet.' Die Menschen dort sind ein sehr christliches Volk, und ein sehr dankbares. Sie schaffen es irgendwie, nach vorne zu schauen, statt zurück, und sind unheimlich stolz darauf, was sie inzwischen geschafft haben. Sie fragen auch nicht, wie Gott das zulassen konnte, sondern sind einfach dankbar für seine Hilfe."

Nach seiner Rückkehr ist Thorsten Fiering schnell wieder im Alltag von Familie und Beruf angekommen. "Aber man wird doch stärker 'geerdet', weil man Dinge, die man für selbstverständlich hielt, plötzlich viel dankbarer annimmt."

Sprechstunde auf den Philippinen

Auf die Frage, was aus seiner Sicht in den nächsten Jahren für die Menschen in Tacloban wichtig sei, sagt er: "Es war erst einmal ganz wichtig, dass die Menschen dort erlebt haben: sie sind nicht alleine. Viel Hilfe wurde selbst organisiert, aber man war auch froh über die internationale Unterstützung. Für die Zukunft ist natürlich noch viel Hilfe nötig: Dass die Häuser wieder aufgebaut werden, vor allem dass das Stromnetz wieder funktioniert. Und die Leute sollten merken, dass sie nicht vergessen sind. Die Leute sind sehr offen für den Zuspruch von Gott - das habe ich gerade in meiner Zeit über Weihnachten dort erlebt."

  • Weitere Informationen über die Hilfsorganisation humedica unter www.humedica.org. Das humedica-Ärzteteam ist weiterhin vor Ort - wer es unterstützen möchte: humedica e.V., Stichwort "Taifun Philippinen", Konto 47 47, BLZ 734 500 00, Sparkasse Kaufbeuren

mv-verbunden

Besuchen Sie uns auch auf:

mv-gemeinden

Zum Beispiel in Mülheim:

Christus-Gemeinde Mülheim

Uhlandstr. 25
45468 Mülheim
Tel. +49 208 471652
E-Mail info@cgmuelheim.de
www.cgmuelheim.de

mv-karriere

NEU ab Sommer 2017: Bundesfreiwilligendienst im Christlichen Gemeindezentrum Schwabbach

Das Christliche Gemeindezentrum Schwabbach bietet ab Sommer 2017 zwei Stellen für Bewerber im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes.

Schwaikheim: Gemeindereferent/in für die Matthäus-Gemeinde

Die Matthäus-Gemeinde Schwaikheim sucht eine/n Gemeindereferent/in in Vollzeit für Jugend.

Mülheimer Verband: Pastoren / Gemeindegründer

Du bist theologisch ausgebildet, teamfähig und interessiert? Dann lies hier weiter...

Paulusgemeinde Bremen: Jahr für Gott als BFD'ler oder FSJ'ler

Die Paulusgemeinde ist die MV-Gemeinde in Bremen. Jede Woche feiern hier ca. 800 Menschen gemeinsam Gottesdienst. Wir suchen junge Menschen, die bei uns ein „Jahr für Gott“ als BFD'ler/in oder FSJ'ler/in investieren wollen.

Flensburg: Bundesfreiwilligendienst in der Arche Flensburg

In der MV-Gemeinde "Arche-Flensburg" besteht die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu leisten. Der BFD steht Menschen jeden Alters offen. Menschen unter 27 Jahren arbeiten in Vollzeit, ab 27 Jahren kann auch in Teilzeit gearbeitet werden. Der BFD dauert in der Regel 12 Monate und wird mit ca. 400.-- Euro monatlich vergütet.

mv-kolleg

10.02.2018
Leitertraining K5 (2. Seminartag)
23.02.2018 - 24.02.2018
Coaching-Seminar
09.03.2018 - 10.03.2018
Einführung in die Bibel
09.04.2018 - 10.04.2018
Stadtteilanalyse
09.06.2018
Leitertraining K5 (3. Seminartag)
08.09.2018
Leitertraining K5 (4. Seminartag)

mv-termine

08.02.2018 - 10.02.2018
Willow-Creek-Leitungskongress 2018
19.04.2018
MV-Delegiertentagung 2018 plus ECHT!
20.04.2018 - 22.04.2018
ECHT! 2018 – MV-Mitarbeiterkonferenz
07.07.2018 - 20.07.2018
MOVE-Out EINS (Nord)
27.07.2018 - 12.08.2018
MOVE-Out ZWO (Süd)
01.11.2018 - 04.11.2018
MIA – Jugend-Mitarbeiter-Tagung
20.11.2018 - 23.11.2018
TLT: Theologische Leiter-Tagung 2018

mv-empfehlung

Anzeigen

Save The Date:

VEF-Flüchtlingskongress 2018

Kongress der VEF u.a. Partner zur Flüchtlingsarbeit

[Flyer jetzt herunterladen]

Orientierung
in stürmischen Zeiten:

Ethische Entscheidungen treffen

4. überarbeitete
und erweiterte Neuauflage 2017!

[Hier klicken für mehr Info]