MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Der Mülheimer Verband (MV) hat eine Partnerkirche in Indonesien, die "Gereja Gerakan Pentakosta" (GGP). Die Partnerschaft wird seitens des MV durch eine im Auftrag der MV-Leitung handelnde Kommission gepflegt.  Neben der Unterstützung der Kirchenarbeit allgemeinen gibt es auch zwei Patenschaftssysteme, einmal für Bibelschulstudienplätze ("Partner in Mission" = PIM) und für Gemeindegründungsmitarbeiter (PIM plus). Pastor Mathhias Pache (Hamburg Barmbek-Süd) ist der Leiter der Kommission. Pastor Ingo Bröckel (Paulusgemeinde Bremen) gehört ebenfalls zur Kommission und pflegt insbesondere die Kommunikation mit der GGP. Folgend ein Beitrag von Ingo Bröckel über seine Erfahrungen in Indonesien.

Es ist Regenzeit in Indonesien und mitten am Tag – das bedeutet schwül-heißes, subtropisches Klima mit einer Luftfeuchtigkeit von über 80%. Ich bin völlig durchgeschwitzt und die vielen Kilometer mit hunderten, nicht enden wollenden Kurven setzen mir ganz (un-)schön zu. Wir, die Gäste aus Deutschland, sitzen eng eingepfercht mit unserem Gepäck in den alten klapprigen Autos. Die Fahrt vom Flughafen der Regionalhauptstadt Manado an der Küste des Indischen Ozeans über die Berge bis zu der kleinen Siedlung am See Danau Mooat auf der Insel Nord Sulawesi ist sehr lang und recht beschwerlich. Dort liegt unser Ziel, der Campus der STTP (Sekolah Tinggi Teologia Pentakosta).

Feierlicher Gottesdienst in der Bibelschule STTP

Mir ist flau im Magen und ich bin erleichtert, als wir endlich aus dem wackeligen PKW aussteigen können. Dankbarerweise weht das Lüftchen hier oben in den Bergen auf 1200m über dem Meeresspiegel etwas kühler. Das war im September 1997 ... mein erster Besuch an der Bibelschule, der damals noch einzigen theologischen Ausbildungsstätte unserer Partnerkirche GGP. Es kam mir vor wie am Ende der Welt, oder zumindest ganz nahe dran. Also wirklich: weit weg von jeder Großstadt-Zivilisation, den touristischen Zielen und auch noch einmal mehrere Kilometer außerhalb des nächstgelegenen Dorfes. Strom und fließend Wasser gab es schon, aber Telefon zum Beispiel nicht, und auch sonst lebten die Menschen dort sehr abgeschieden, einfach und ländlich.

Ein Ort, wo Gott zu Hause ist

Schon damals beim Aussteigen, trotz Übelkeit und Müdigkeit, hat mich dieses Schulgelände seltsam "berührt" und mit einer gewissen "Ehrfurcht" erfüllt. Das war auch bei allen darauf folgenden Besuchen der Fall. Auf eine gewisse Art und Weise ist das ein "Heiliger Ort". Und die Geschichte bestätigt das: Gott hat der damaligen Leitung unserer Partnerkirche dieses Fleckchen Erde durch einen klaren prophetischen Eindruck gezeigt und so kam es, dass die Bibelschule sich hier ansiedelte.

Fünfwöchiger Missionseinsatz eines Teams der STTP mit Bibelschullehrer Welly Mamusung (knieend, 2. v. r.) auf einer indonesischen Insel

Seit mittlerweile 28 Jahren haben hier junge Männer und Frauen der Gereja Gerakan Pentakosta in Indonesien eine akademisch wertvolle 3-4-jährige theologische Ausbildung erhalten. Hier haben sie gebetet, Gott in ihren Liedern angebetet, die Bibel studiert, praktisch gearbeitet und Freundschaften für´s Leben geschlossen. Diesen Segen kann man fast körperlich spüren. Viele der Absolventen haben hier eine Berufung in den vollzeitlichen Dienst erhalten. Einige von ihnen konnten wir auf unseren Reisen als Pastoren und Gemeindegründer kennenlernen. Das sind zum Teil sehr spannende Geschichten und Zeugnisse von der Führung und Versorgung Gottes im Leben unserer Geschwister.

Eine andere Zeit und eine neue Generation

Die Zeiten haben sich geändert - auch auf der Insel Nord Sulawesi. Nein, die Siedlung der STTP ist auch weiterhin sehr abgeschieden, aber Anfang des neuen Jahrhunderts wurden Telefonleitungen verlegt. Das hat "damals" bereits unsere Kommunikation und den Austausch von Informationen etwas erleichtert. Doch in den letzen 7-10 Jahren hat sich diese Neuerung bereits schon wieder "überholt". Mit der rasanten Verbreitung der Mobiltelefone und des Internets in Asien ist auch das Bibelschulgelände in Mooat "world-wide-web-connected", also an das weltweite Internet-Netzwerk angeschlossen. Die heutigen Lehrer und Studenten haben Zugang zu Computern auf dem Schulgelände oder besitzen sogar selbst einen Laptop. Sie schreiben ganz selbstverständlich Emails, sie versenden mit ihren Blackberrys Kurznachrichten (SMS) und von ihren Handys schreiben sie Whatsapps oder posten vieles aus ihrem Leben direkt auf ihre Facebook-Profile.

Während einer Freizeit am Strand.

So kann man ziemlich zeitnah miterleben, was sie gerade beschäftigt: Fotos aus dem Klassenzimmer, wo eine Mitschülerin gerade ein Referat vor einer Prüfungskommission hält, die typischen indonesischen Gruppenbilder auf dem Campus oder vom christlichen Dienst, der zum akademischen Arbeiten hier dazu gehört. Sie ermutigen sich gegenseitig mit Bibelversen oder nennen Gebetsanliegen bis hin zu sehr privaten Ereignissen wie der Bekanntgabe einer Verlobung. Das ist schon irgendwie gewöhnungsbedürftig, aber in einer globalisierten Welt auch nicht wirklich verwunderlich. Neue Zeiten halt, die neue Türen öffnen.

Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt

Mittlerweile gibt es in der GGP neben der STTP auf Nord Sulawesi bereits weitere theologische Ausbildungsstätten auf den anderen Inseln, z.B. Süd Sulawesi, Java oder Sumatra (Riau). Neben all den Neuerungen, die die neuen Medien mit sich bringen, bleiben die zentralen Aufgaben bestehen, die wir als MV unbedingt auch in Zukunft mit unseren finanziellen Gaben und im Gebet unterstützen wollen:

  1. Die noch unerreichten Volksgruppen und Inseln in Indonesien sollen die gute Nachricht von Jesus Christus hören und zur Nachfolge im Glauben herausgefordert werden (Matth. 28,19-20)!
  2. Junge Indonesier/-innen sollen die Möglichkeit einer guten Bibelschulausbildung bekommen, um sich so für den vollzeitigen Dienst in der Evangelisation/Mission und/oder den pastoralen Dienst in der Gemeindegründungsbewegung ausrüsten zu lassen.
  3. Gemeindegründer erhalten in den ersten schweren Jahren konkrete Hilfen und Mittel, um sich ihrer schweren Aufgabe voll und ganz widmen zu können.
  4. Indonesien ist mit seinen über 220 Millionen Menschen das größte muslimische Land der Welt. Das ist ein großes Missionsfeld, das sich über 17 000 Inseln verteilt und "reif für die Ernte" ist (Matth. 9,37-38). Es gibt noch so viel zu tun!

Damals wie heute

Ein Motorrad ist oft das einzige Transportmittel für Pastoren im Gemeindedienst.Vor einigen Jahren habe ich bereits einmal einen Artikel über die Beziehung zu unserer indonesischen Partnerkirche GGP geschrieben unter der Überschrift: "Ganz weit weg und uns doch so nah". Damit wollte ich zum Audruck bringen, dass auch wenn uns viele tausend Kilometer trennen, wir uns im Herzen und im gemeinsamen Auftrag ganz nahe stehen – mit und ohne Internet. Wie schon in den vergangenen 60+ Jahren unserer Missions-Partnerschaft steht der Mülheimer Verband unseren Freunden in jeder Weise zur Seite, und wir lernen von- und miteinander.

Ich wünschte mir, dass so mancher Leser dieses Artikels sich weiterhin oder ganz neu dafür gewinnen lässt, diesen so wichtigen Dienst zu unterstützen?! Wie? Da gibt es viele Möglichkeiten: Spenden. Beten. Helfen.

Vielleicht fährst du sogar selber mit, wenn wir in den Osterferien 2015 mit einer Reisegruppe dort einen Kurzeinsatz anbieten? Ich bin gespannt, ob sich jemand bei uns meldet!

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