MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Der Mülheimer Verband hat eine Partnerkirche in Indonesien, die Gereja Gerakan Pentakosta (GGP). Seit einigen Jahren erlebt sie enormes Wachstum. Als Mitglied der Indonesienkommission hat Matthias Pache auf einer dreiwöchigen Indonesienreise letztes Jahr viele Gemeinden der GGP besucht. Er stellte dabei einerseits fest, dass das Wachstum selbstverständlich Gottes Gnade ist. Andererseits erkannte er aber, dass deutsche Gemeinden eine Menge von der indonesischen GGP lernen können.

Sie lieben ihr Land

Eni junger Mann betet (Alfa Omega Gemeinde auf der Insel Sulawesi)Mir fiel zunächst die Liebe der Christen zu ihrem Land auf. Obwohl es in Indonesien nicht immer leicht ist, als Christ zu leben, lieben die Indonesier ihr Land und die Menschen, die in ihm leben. Diese Liebe lässt sie eine Sehnsucht haben: Die 250 Millionen Einwohner sollen von Jesus hören und ihn kennen lernen. Dafür leben und dafür beten sie.

Im Jahr 2007 beschloss die gesamte Kirche, stärker als bisher ihre Programme auf Wachstum auszurichten und dafür einzustehen, dass Menschen zum Glauben kommen. Sie schrieben diese Vision 2007 nieder und benannten darin auch konkret, was sie von nun an anders machen würden – und gingen dies auch an.

Mich hat diese aufrichtige Liebe zu den Menschen und ihrem Land sehr bewegt. Strategische Überlegungen und programmatische Ausrichtungen sind mir ja sehr vertraut. Aber liebe ich mein Land? Liebe ich die Menschen?

Konsequente Gemeindegründung

Gottesdienst in der Calvary Church in BetunFür die Umsetzung ihrer Vision legte die GGP drei Schlüsselbereiche fest, in die sie sich seitdem konsequent investiert. Einer davon ist Gemeindegründung. 250 Millionen Einwohner auf 6.000 bewohnten Inseln kann man nicht anders erreichen, als durch Gemeindegründung. 2007 entschieden sie sich, den Weg der Gemeindegründung konsequent zu gehen. Und Gott hat Gnade geschenkt. Von 2007 bis 2011 gelang es der GGP 300, neue Gemeinden zu gründen und die Anzahl ihrer Gemeinden in nur vier Jahren zu verdoppeln.

Die GGP beschloss auf Grund ihrer Vision, dass jeder Theologiestudent in irgendeiner Form Teil einer Gemeindegründung gewesen sein muss, um GGP-Pastor werden zu können. Das Fach "Gemeindegründung" ist im Studium ein Pflichtfach. Jeder Leiter soll wissen, wie man Menschen erreicht, Gemeindegründung angeht und forciert. Die kommende Pastorengeneration soll sich ihre Arbeit ohne ständige Gemeindegründungsinitiativen einfach nicht mehr vorstellen können.

Vertrauen in junge Menschen

Mich fasziniert, wie sehr die GGP auf junge Leute setzt. Fast jede Lobpreisband besteht aus 15- bis 25-jährigen jungen Leuten, die nicht nur tolle Musik machen, sondern die gesamte Gemeinde in die Anbetung führen. Pastoren, die gerade mal 25 Jahre alt sind, sendet man auf Inseln, wo es bisher keine Gemeinden gibt, damit sie dort Gemeinden gründen. Die GGP gründete ein Gremium mit wichtigen älteren Pastoren, Unternehmern und dem Präses, das sich nur mit der Frage beschäftigt: Was müssen wir unseren Theologiestudenten in der Ausbildung beibringen, damit sie gute Pastoren werden? Was muss die junge Generation sozusagen "in ihre DNA eingepflanzt" bekommen? Man traut als gesamte Kirche in der GGP und in den Ortsgemeinden jungen Leuten wirklich etwas zu und will ihre Leidenschaft für Jesus nutzen und fördern.

Lobpreisgruppe in der Alfa Omega Gemeinde

Ohne Risiko geht es nicht

Es war mir schon vor der Reise bewusst, überraschte mich aber doch immer wieder: wie anders Christen ihr Leben für Jesus hingeben können. Woher kommt es nur, dass ich als Deutscher das Risiko so scheue und so angstbesetzt bin? In Indonesien ticken die Nachfolger Jesu anders. Ist es ein Risiko, blutjunge Pastoren auf fremde Inseln zu senden? Natürlich! Die Gefahr zu scheitern ist absolut real. Sie bekommen maximal zwei Jahre finanzielle Unterstützung, danach muss die hoffentlich entstandene Gemeinde den Pastor selbst finanzieren. Für mich sieht eine reizvolle Aufgabe anders aus. Wir sprachen mit Pastoren, deren Gemeindehäuser zerstört und niedergebrannt wurden, deren Familien bedroht und verprügelt wurden. Wussten sie vorher, dass das passieren könnte? Natürlich. Verließen sie danach die Gegend? Nein, sie blieben und machten weiter. In Indonesien ist irgendwie allen klar: Ohne Risiko geht es nicht.

Wachstum ist anstrengend

In Indonesien erlebte ich, wie anstrengend Wachstum für eine Freikirche sein kann. 300 neue Gemeinden in vier Jahren mit neuen Pastoren kennen zu lernen, sie zu integrieren und ihnen Platz zu geben, ist anstrengend. Die GGP muss ihre Strukturen verändern und beständig neue Kommunikationswege bauen. Dabei ändert sich auch beständig das Leiterpersonal. Alles ist in konstanten Veränderungsprozessen und trotzdem müssen Probleme gelöst werden.

Bei aller Dynamik und allem Wachstum der GGP wurde mir klar: Eine friedliche und ruhige Kirche sieht anders aus. Aber anderseits – wer von uns will schon eine ruhige Kirche?

Und wir?

Matthias PacheWenn ich unseren geliebten MV mit der GGP vergleiche, dann haben wir noch eine Menge zu lernen. Gott hat vor einigen Jahren auch zu uns als ganzer Kirche gesprochen und uns Mut für die Zukunft gemacht. Lebt das noch in uns? Setzen wir konsequent auf das, was wir damals gehört haben? Gehen wir das noch an? Mich tröstet, dass Gott beendet, was er anfängt. Das gilt auch für den MV. Und mich spornt an, dass unser Partnerkirche in Indonesien schon erlebt, was wir uns noch wünschen.

Matthias Pache

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