MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Am 9. September 2010 flogen drei Mitglieder der Indonesien-Kommission des Mülheimer Verbandes (MV) nach Jakarta. Ziel der Reise von Ingo Bröckel, Matthias Pache und Reinhold Sommer war die Festigung der Beziehung zur MV-Partnerkirche Gereja Gerakan Pentacosta (GGP) in Indonesien. Ebenfalls mit zum Reiseteam gehörte die Indonesierin Patricia Toisuta aus der Paulus-Gemeinde Bremen, die als Übersetzerin fungierte. Matthias Pache berichtet folgend von seinen vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen.

Matthias PacheMir ging es gar nicht gut. Ich hatte Bauchschmerzen, Kopfweh, einen müden Körper und jetzt auch noch den fünften Gemeindebesuch an diesem 16. Tag unserer Indonesienreise vor mir. Eigentlich wollte ich nur ins Bett. Wir waren in der "ELIM"-Gemeinde in Jakarta eingeladen. Wieder lag ein langer Abendgottesdienst vor unser Reisegruppe, an dessen Ende wir etwa 350 Hände schütteln und für gefühlte tausend Fotos Modell stehen würden.

Im Gegensatz zu mir war der Gottesdienst unglaublich lebendig und fröhlich. Es gab tolle Musik, einen gesegneten Lobpreis und einfach große Begeisterung für Jesus. Ich hätte mit einem Jugendgottesdienst gerechnet, aber die 30- bis 50-Jährigen waren in der Mehrheit. Die "ELIM" bestand vor zwölf Jahren noch aus 300 Leuten. Seitdem wurden 72 Gemeinden um Jakarta herum gegründet und mit allen Gründungen stieg die Mitgliederzahl auf 6000. Die Muttergemeinde hat nur 400 Mitglieder. Wie uns erklärt wurde, haben die "ELIM"-Gemeinden den Glaubensmut, dass sie bis Ende 2011 noch 28 weitere Gemeinden gründen wollen, um auf 100 Gemeinden anzuwachsen und dann hoffentlich 10 000 Mitglieder stark zu sein. Wie fast immer auf unserer Reise, ging ich auch an diesem Abend hundemüde, aber innerlich gesegnet ins Bett. Angesteckt von Menschen, die unseren großen Jesus feiern und ihm eine Menge zutrauen.

Die "ELIM"- Gemeinde gehört zur unserer Partnerkirche in Indonesien, der "Gerejan Gerakan Pentakosta" (GGP), mit der wir als MV seit über 60 Jahren partnerschaftlich verbunden sind. Alle paar Jahre besuchen der MV und die GGP sich gegenseitig, um die langjährigen Beziehungen frisch und stabil zu halten. Dieses Mal waren wir aus Deutschland an der Reihe. Als Teil der MV-Indonesien-Kommission gehörten zu unserem Team außer mir noch Ingo Bröckel aus Bremen, Reinhold Sommer aus Malente, und Patricia Toisuta, unsere Übersetzerin aus der Paulus-Gemeinde.

Gottesdienstraum der Elim-Gemeinde in JakartaWas die "ELIM"-Gemeinde zur Zeit erlebt, gilt eigentlich für alle Freikirchen in Indonesien: Auch die GGP ist in den letzten vier Jahren von 300 auf 600 Gemeinden angewachsen. Das ist kein Zufall, sondern ihre Vision. Sie wollen wachsen und viele Gemeinden gründen. Und das gehen sie so strategisch an wie möglich. Theologische Ausbildung wird dabei groß geschrieben. So haben sie in den letzten Jahren entschieden, zur Ausbildung ihrer Pastoren nicht nur eine Hauptbibelschule zu unterhalten, sondern auf allen wichtigen Inseln des Landes Bibelschulen zu gründen. Mittlerweile wurden zehn Schulen aufgebaut, an denen ein Theologiestudium mit dem "Masters of Theology" abgeschlossen werden kann. Außerdem wurden zwölf "normale" Bibelschulen eröffnet und drei Schulen gegründet, an denen Abitur mit Schwerpunkt Theologie angeboten wird. Von den Studenten wird allerdings einiges erwartet: So muss jeder, der in der GGP Pastor werden will, innerhalb des Studiums an einer Gemeindegründung teilgenommen haben – sonst bekommt er seinen Abschluss nicht. Für uns als MV-Delegation war es erstaunlich zu sehen, was Gott in Indonesien tut, aber auch beeindruckend zu erleben, was unsere Partnerkirche an Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit einsetzt, um ihr Land für Jesus zu gewinnen. Als MV können wir davon eine ganze Menge lernen.

Unsere dreiwöchige Reise begann in der Hauptstadt Jakarta, wo wir die ersten Tage mit der Leitung der GGP verbrachten und Neuigkeiten und Infos austauschten. Die ehrenamtliche Leitung der GGP hat Unglaubliches zu leisten: Einerseits fördert sie Wachstum auf allen Ebenen und stößt ständig neue Gedanken und Ideen an, andererseits muss sie die Kirche zusammenhalten und den ständigen Wachstum sowie die damit verbundene Aufgaben managen. Ein Hauptanliegen sind aber die Finanzen. Denn: Das gewaltige Wachstum bedeutet natürlich viele Kosten und Geld ist das, was sie am wenigsten haben. So bekommen z.B. nur 5O Prozent der Pastoren Gehalt, die anderen gehen normal arbeiten und sind Pastoren in ihrer "Freizeit". Man kann sich fragen, was noch zusätzlich passieren könnte, würden sie die ganze Zeit für Jesus arbeiten.

Kommissionsmitglieder und indonesische GastgeberNach einigen Zwischenstationen flogen wir in den Urwald nach Sumatra in die Provinz Riau. Dort lebt seit 20 Jahren ein Pastor namens Ronny mit seiner Familie. In einer Gegend, in der es noch frei herumlaufende Tiger, Elefanten und Pythonschlangen gibt, hat er ein Netzwerk mit rund 35 neu gegründeten Gemeinden aufgebaut. Pastor Ronny hat ein besonderes Herz für die nächste Generation und trainiert junge Nachwuchsleiter einmal pro Woche von morgens bis abends. 18 junge Leute erhielten durch ihn schon einen Bibelschulabschluss. Letztes Jahr konnte mit Hilfe von MV-Spenden in Riau ein Bibelschulgelände erworben werden, das allerdings noch dringend saniert und neu aufgebaut werden muss.
Einige Tage verbrachten wir auf der Insel Sulawesi und besuchten u.a. die Hauptbibelschule der GGP, die "STTP Mooat", in der derzeit 120 Studenten Theologie studieren und von 18 festangestellten Dozenten unterrichtet werden.

Delegiertentagung der GGPWir lernten noch viele andere Orte wie Bali, Langowan, Bandung oder Bogor kennen. Abgerundet wurde die Reise aber durch den Besuch auf dem "Sigang Raya" in Jakarta. Das ist die Delegiertentagung der GGP. Alle fünf Jahre kommen aus allen Gemeinden Delegierte zusammen und besprechen die Anliegen und Ausrichtung der gesamten GGP. Ingo und Reinhold trafen hier viele alte Bekannte und Freunde von früheren Reisen. In einem Grußwort übermittelten wir Grüße vom MV, zollten ihnen unseren Respekt für ihre Leidenschaft und Hingabe und wünschten Gottes Segen für ihren Auftrag.

Aus Indonesien nehme ich mit, dass Gott noch viel mehr tun kann, als ich es aus Deutschland kenne. Gott kann noch viel größere Dinge vollbringen, als wir erleben. Und das macht Hoffnung und Mut für die Zukunft. Ich bin 30 Jahre alt und seit fünf Jahren Pastor im MV. Heute sind wir ca. 45 Gemeinden. Würden wir so wachsen, wie die GGP in den letzten vier Jahren, wäre der MV bei meinem Einstieg in die Rente etwa 45.000 Gemeinden groß. Wäre doch mal was.

Matthias Pache
Pastor der Christus Gemeinde in Hamburg und Mitglied der Indonesien-Missionskommission des MV

Der Bericht erschien zunächst in der gemeinde KONKRET und kann als PDF herunter geladen werden:

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