MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Am 9. September 2010 reisten drei Mitglieder der Indonesien-Kommission des Mülheimer Verbandes (MV) nach Indonesien. Ziel der Reise von Ingo Bröckel, Matthias Pache und Reinhold Sommer war die Festigung der Beziehung zur MV-Partnerkirche Gereja Gerakan Pentacosta (GGP) in Indonesien. Ebenfalls mit zum Reiseteam gehörte die Indonesierin Patricia Toisuta aus der Paulus-Gemeinde Bremen, die als Übersetzerin fungierte. Ingo Bröckel berichtet folgend von einer "Begegnug der besonderen Art".

Er fällt mir sofort auf. Er ist kein Typ, der viel Aufsehen um sich macht, obwohl er im Vergleich zum Durchschnitt der indonesischen Männer ein eher großer Asiat ist. Auch auf das, was er bisher in seinem Leben erreicht hat, könnte er sich etwas einbilden – das tut er aber nicht.

Aber ich fange wohl besser von vorne an: Gerade sind wir in Pekanbaru, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Riau, gelandet. Im September ist es heiß und schwül. Riau ist flächenmässig etwa so groß wie Niedersachsen und Nord-rheinwestfalen zusammen und besteht größtenteils aus tropischem Regenwald. Die Provinz liegt im flachen, von Sümpfen durchzogenen Ostteil der Insel Sumatra an der Meeresstraße von Malakka und besitzt eine Vielzahl von natürlichen Ressourcen wie Erdöl, Erdgas, Kautschuk, Fisch und besonders Holz, das seit Jahren exzessiv gerodet wird. Diesem Raubbau fallen täglich drei Qudratkilometer Wald zum Opfer – das entspricht etwa 600 Fußballfeldern. Große Lebensmittelkonzerne treiben den Anbau von Palmen auf den freien Flächen voran und verdienen viel Geld mit dem begehrten Palmöl. Obwohl sie zunehmend in entsprechende Nationalparks verdrängt werden, gibt es hier noch frei lebende Tiger, den vom Aussterben bedrohten Sumatra-Elefanten und viele Giftschlangen.

Ronni Mangribeth (links)Doch zurück zu dem Mann, der mir sofort auffällt: Als er mir auf dem Flughafenparkplatz das Verstauen unseres Reisegepäcks abnimmt, halte ich ihn noch für unseren Fahrer. Das stimmt auch, denn er lenkt das andere Auto, in dem der zweite Teil unserer MV-Indonesienkommission für die bevorstehende lange Fahrt Platz findet. Erst bei einem kurzen Zwischenstopp an einer Tankstelle wird er mir richtig vorgestellt und ich verstehe:

Ronni Mangribeth ist ein sehr angesehener Pastor seiner Ortsgemeinde und Regional-Ältester unserer Partnerkirche GGP in der Provinz Riau. Von seinem Auftreten her ist der 42-Jährige ein hagerer, eher schüchterner Mann voller Demut und Bescheidenheit. Begegnet man ihm, verbeugt sich Ronni in asiatischer Manier tief und wagt kaum einen direkten Blick in die Augen seines Gegenübers. Seine Vollmacht und Stärke erleben wir erst, als er öffentlich betet und vor seinen Gemeinden steht. Ronni ist verheiratet und hat zwei aufgeweckte, lebensfrohe Kinder im Alter von sechs und elf Jahren – ein weiteres Baby ist unterwegs.

Ein Multiplikator des Reiches Gottes

Vor 19 Jahren kam Pastor Ronni als Absolvent der Bibelschule STTP durch Gottes Ruf nach Sumatra. Damals musste er ganz bei Null anfangen. Durch Gottes Gnade hat sich in dieser kurzen Zeit sehr viel bewegt. Bis heute konnte er zehn Gemeinden an verschiedenen Orten gründen und unter seiner Anleitung etablierten sich durch andere Pastoren weitere 26 Kirchen. Zusätzlich gibt es momentan 15 Gemeindegründungsprojekte.

Als geistlicher Leiter ist Ronni einer der "treuen Zeugen": fleißig, authentisch, vorbildlich. Wenn er den Mund aufmacht, weiß er, wovon er spricht. In seiner eigenen Gemeinde (GGP "Hosanna") kommen mittlerweile bis zu 200 Gläubige zusammen.

Ein Mann mit einer großen Vision

Auf Bitte der indonesischen Kirchenleitung hat der Mülheimer Verband im letzten Jahr 5000 Euro für den Kauf eines Bibelschulgeländes in Air Molek, Riau zur Verfügung gestellt. Unsere Partnerkirche GGP möchte auf allen großen Inseln solche Ausbildungszentren aufbauen, um möglichst viele junge Menschen für den vollzeitlichen Dienst vorzubereiten. Im Rahmen unserer Reise besichtigen wir den heruntergekommenen Campus. Dort stehen noch fünf Holzhäuser, die sehr baufällig sind. Es gibt also noch viel zu tun.

Ronni Mangribeth hat eine große Vision für diese Bibelschule. Er will eine nächste Generation von jungen Christen trainieren, um noch viele Menschen mit der Guten Nachricht zu erreichen und weitere Gemeinden zu gründen. Solange der Campus noch nicht brauchbar ist, reist er bereits jetzt gemeinsam mit seiner Frau zu den Studenten und unterrichtet vor Ort in den Regionen. Dafür ist er oft von früh morgens bis spät abends unterwegs – viele hunderte Kilometer auf primitiven Straßen. Mittlerweile haben auf diese Weise schon 18 Studenten einen anerkannten theologischen Abschluss gemacht.

Auch die Leitung der GGP hat erkannt, dass hier ein Mann Gottes in aller Treue seine Berufung gefunden lebt. Während der alle vier Jahre stattfindenden Delegiertenversammlung wurde Pastor Ronni im letzten Herbst in den Majelis Pusat (Ältestenrat) gewählt und zum Leiter des Bereichs Diakonie eingesetzt. Das ist ein großer Vertrauensbeweis.

2. Timotheus 2,2 umgesetzt

"Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das befiehl treuen Menschen, die da tüchtig sind, auch andere zu lehren."
2. Timotheus 2,2

Pastor Ronni wurde vor rund 20 Jahren als einem der ersten durch die Unterstützung des MV eine Bibelschulausbildung an der STTP auf Nord Sulawesi ermöglicht. Für uns als Reisegruppe ist es eine Begegnung der besonderen Art, zu sehen, was Gott durch den Dienst dieses einen Mannes bewirkt hat und noch weiter bewirkt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die schon damals in aller Treue die Arbeit der Indonesienkommission durch ihr Gebet und ihre Gaben gefördert haben!

Segen über Generationen

Vater von RonniEin paar Tage später sind wir nach einigen Tausend Flugkilometern zu Besuch auf dem Gelände "unserer" Bibelschule STTP. Am Morgen eines Schulungstages für Studenten und Pastoren lernen wir den Vater von Ronni kennen. Von seinem Auftreten und Wesen her ist er seinem Sohn sehr ähnlich: ein einfacher, stiller Mann, der seinen Herrn Jesus liebt. Ein Beter, der seinen Sohn ziehen ließ, damit das Reich Gottes an anderer Stelle gebaut werden kann. Das berührt: Segen, der sich in einer nächsten Generation fortsetzt.

Ingo Bröckel
Pastor in der Paulus-Gemeinde Bremen und Mitglied der MV-Indonesienkommission

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