C. Theologische Positionen

3. Zur Lehre vom Heiligen Geist
a. Grundlegende Erfahrungen mit dem Heiligen Geist
Der Heilige Geist ermöglicht den Glauben, das Christsein. Jeder Christ hat bei seiner Wiedergeburt den Heiligen Geist empfangen und ist damit geistgetauft.
Sein weiteres geistliches Wachstum wird nun davon abhängen, inwieweit er sich nun auch dem vertiefenden Wirken des Heiligen Geistes öffnet:
So will der Heilige Geist zur Anbetung Gottes befähigen,
das Wesen Jesu im Gläubigen zur Entfaltung bringen,
zum Dienst in Gemeinde und Welt bevollmächtigen.
Um dieses vertiefende Wirken des Heiligen Geistes zu erfahren, bitten die Gläubigen Gott um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist.
Dieses Gebet ist dabei nicht eine einmalige Angelegenheit, sondern wird immer wieder neu notwendig, besonders dann, wenn der Gläubige durch Ungehorsam den Heiligen Geist betrübt hat oder in besonderen Dienstherausforderungen steht.
Eine solche Erfüllung mit dem Heiligen Geist wird im Glauben ergriffen; sie kann sich u. U. erlebnismäßig dokumentieren, z.B. durch das Beschenktwerden mit bestimmten geistlichen Gaben wie die Sprachenrede oder die Prophetie.
vgl. Galater 5,22; Römer 8,5ff; Epheser 5,18;Epheser 4,30; Apostelgeschichte 4,23ff
b. Zur Heiligung
Die Heiligung des Sünders ist die Umgestaltung des Christen in das Bild Jesu Christi als Gabe Gottes und Aufgabe des Menschen.
Die Heiligung ist dabei in der Aneignung der Wahrheiten des Wortes Gottes ein Wachstumsprozess und berührt sowohl das Denken, Reden und Tun eines Menschen, wie auch seinen Lebensstil und Charakter. Sie wird konkret im alltäglichen Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes, in der Christusähnlichkeit des Charakters und in der Ermächtigung zum Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Heiligung geschieht dabei aufgrund des Mit-Jesus-gekreuzigt-Seins, die Sünde hat ihre versklavende Macht verloren.
durch die Initiative des Heiligen Geistes, der den Gläubigen von Sünde überführt, die Sehnsucht nach Veränderung bewirkt und schließlich die praktische Umgestaltung ermöglicht.
Letztlich prägt der Heilige Geist im Gläubigen das Wesen Jesu aus.
Die konkrete Lebensveränderung ist dabei u.U. verbunden mit der Aufarbeitung seelischer Verletzungen oder der Befreiung von dämonischen Bindungen.
Die Heiligung hat nicht allein individuellen Charakter; sie bewährt sich vor allem auch im Kontext der Gemeinde als der „Gemeinschaft der Heiligen". Der geistliche Zustand der jeweiligen Gemeinde hat umgekehrt einen nicht unerheblichen Einfluß auf den Heiligungsprozess des Gläubigen.
Den Zustand der vollkommenen Sündlosigkeit erwarten wir für das ewige Leben.
vgl. Galater 5,22
c. Zu den Gaben des Heiligen Geistes
Der MV anerkennt dankbar die vielfältigen Gaben Gottes in seinen Menschen, seien es die "praktischen" Gaben oder die "transrationalen" Gaben der neutestamentlichen Gabenlisten nach Römer 12 und 1. Korinther 12.
Alle diese Gaben sind bis heute der Gemeinde Jesu zugesagt und werden in den Gemeinden des MV zum Aufbau der Gemeinde und zur Verherrlichung Jesu gefördert.
Wie Paulus empfehlen wir den Gläubigen, die bereits empfangenen Gaben treu zum Aufbau der Gemeinde einzubringen und darüber hinaus nach weiteren Gnadengaben zu streben.
Jeder Dienst in der Gemeinde stellt sich dabei der Korrektur des Wortes Gottes und ordnet sich der Gemeindeleitung unter.
vgl. auch Epheser 4,11ff; 1.Petrus 4,10ff; 1. Korinther 12, 31; 14,1
Im Blick auf folgende in der Handhabung häufig umstrittene Gnadengaben leben wir im MV nach folgender Ordnung:
Zur Gabe der Prophetie
Für die Gemeinden des MV ist das prophetische Wort eine Botschaft Gottes, die einem Menschen unmittelbar vom Heiligen Geist eingegeben wird. Diese Botschaft kann sich an den Betreffenden selbst richten oder an andere. Inhaltlich kann sie Gottes Sicht über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Menschen oder Institutionen zum Ausdruck bringen.
Wir erwarten die Gabe der prophetischen Rede in Predigt, seelsorgerlichem Gespräch und in Kleingruppen als hilfreiches Wort zur rechten Zeit.
Für die Praxis in den Gemeinden gilt: der prophetisch Redende ordnet sich der Gemeindeleitung unter,
jede prophetische Rede wird am Wort Gottes geprüft.
vgl. Römer 12, 3ff; 1. Korinther 14
Zur Gabe der Krankenheilung
Wir bekennen mit der Heiligen Schrift, daß Gott auch der „Arzt" für sein Volk sein will.
So ermutigen wir alle Gläubigen, im Krankheitsfall nicht nur die Hilfe der Medizin, sondern auch die Heilung durch Gebet zu suchen.
Neben den Gemeindeältesten beteiligen sich vor allem auch Menschen mit der Gabe der Krankenheilung an diesem Dienst.
Wir erbitten von Gott für unsere Gemeinden größere Vollmacht durch eine tiefere Liebes- und Vertrauensbeziehung zu Gott.
Das Gebet für körperliche oder seelische Heilung soll Teil eines ganzheitlichen seelsorgerlichen Bemühens um den Kranken sein und z.B. die Beichte oder das Gebet um Befreiung von dämonischen Bindungen integrieren.
vgl. 2. Mose 15,26; Jakobus 5, 14; 1. Korinther 12, 9; 11,30
Zur Gabe der Sprachenrede
Die Gabe der Sprachenrede ist die gottgeschenkte Fähigkeit, Gott in einer nicht erlernten Sprache anzubeten.
Wir schätzen diese Gabe als Hilfe zu einem intensiveren Gebetsleben des Gläubigen und damit zu seiner persönlichen Auferbauung. Sie ermöglicht eine vertiefte Anbetung und sensibilisiert für das Wirken des Geistes.
Wir ermutigen alle Gläubigen, Gott um diese Gabe seines Geistes zu bitten. Dabei gehen wir davon aus, daß auch die Gabe der Sprachenrede ganz in der Verfügung des Heiligen Geistes steht, "der jedem zuteilt, wie er will!" Für die Art und Weise des Empfanges der Gabe gibt es kein Schema.
Für die Gemeinden des MV ist der Empfang der Gabe der Sprachenrede kein Erweis einer besonderen geistlichen Reife oder Bevollmächtigung.
Wir empfehlen, diese Gabe in der persönlichen Gebetszeit treu zu pflegen und im öffentlichen Gottesdienst nur mit Auslegung zu praktizieren.
vgl. 1. Korinther 14
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4. Zur Lehre von den letzten Dingen 
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