dt 2011 in mülheim

DT 2011:Wider das Transferwachstum

"Wo und warum kommen heute in Westeuropa überhaupt noch signifikant Menschen zum Glauben?" Diese Frage stellte Pastor Sven Godau in seinem Impulsreferat am ersten Abend der DT 2011 als Einstieg in eine Podiumsdiskussion.

Sven Godau

Einige Highlights aus seinem Beitrag:

  • Wirklich viele Menschen kommen in Deutschland in ausländischen Gemeinden zum Glauben, da gibt es einen echten Boom. Sven Godau stellte die Frage: "Warum suchen wir uns eigentlich immer die Gruppe von Menschen aus, um sie zu evangelisieren, die sich mit dem Christwerden am schwersten tut: Deutsche?"
  • Eine weitere Gruppe von Menschen, die in Deutschland oft zum Glauben findet: "Kinder. Viele Kinder finden zum Glauben." Sven Godau machte deutlich, dass diese Realität in den Gemeinden (insbesondere bei den Gemeindeleitungen) überhaupt nicht ausreichend angekommen ist.
  • Nicht nur Kinder, sondern auch Teenager kommen in größerer Zahl zum Glauben als Erwachsene. Aber: "Wo wird Teenies in unseren Gemeinden 'auf Augenhöhe' begegnet? Wo werden sie gefragt, ob ihnen unsere Gottesdienste, Gebetsstile, Gemeindehäuser, Homepages gefallen?"
  • Menschen kommen zum Glauben in Gemeinden mit einem missionarischen Pastor. "Das kann ich ganz offen sagen, denn ich bin selber keiner", so Godau.
  • Erwachsene finden zum Glauben z.B. in Umbruchssituationen (Umzug, das erste Kind, ein Unfall oder die erste schwere Krankheit). Allerdings auch da immer wieder besonders dann, wenn sie als Kind bereits Berührung mit dem Glauben hatten.
  • Menschen kommen zum Glauben in leidenschaftlichen Gemeinden.
  • Menschen kommen zum Glauben "in der Nachbarschaft": Godau: "Manchmal ist es besser zu fragen, 'wie erreiche ich den Wohnblock gegenüber?', als 'wie erreiche ich meine Stadt?'"

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Klaus-Günter Pache (Bremen), Regina Gassmann (Hamburg), Torsten Klotzsche (Berlin) und Benjamin Hockenberger (Sinsheim) unter der Leitung von Christoph Müller (Weil der Stadt).

Podiumsdiskussion


Unter anderem wurde dabei deutlich:

  • Ein missionarischer Leiter ist wichtig für eine Gemeinde - aber es darf kein Einzelkämpfer sein. Teamarbeit ist wichtig, und auch, dass man als Leiter andere dazu ausrüstet, es noch besser zu machen als man selbst.
  • Für besonders evangelistisch begabte Leiter ist es meist auch ein großes Anliegen, für nicht gerettete Menschen regelmäßig zu beten.
  • In vielen Gemeinden ist die Arbeit mit Kindern größtenteils "in Frauenhand". Daran wird sich am ehesten etwas ändern, wenn schon kleine Jungs erlebt haben, dass Männer sich den Kindern zuwenden - dann werden sie es als Männer später selber tun. Das ist auch eine Herausforderung für geistliche Leiter von Gemeinden (egal ob Mann oder Frau).
  • Gemeinden können jahrelang "evangelistische Veranstaltungen" machen, zu denen aber nie jemand kommt. Wichtig ist die Bereitschaft in der Gemeinde, denn die Haltung bestimmt das, was transportiert wird. Aber letztlich ist es doch ein Geschenk Gottes, wenn Menschen zum Glauben kommen.
  • Leidenschaft wird am besten durch gemeinsames Tun weiter gegeben; daher sollten geistliche Leiter sich nicht auf ihre Leitungsaufgaben zurückziehen, sondern im konkreten Tun vorausgehen und andere mit hineinnehmen (z.B. im Gebet, in der Beziehungsarbeit oder in der Hauskreisleitung).