MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Die Lausanner Verpflichtung ist zu einem "Manifest der Evangelikalen" geworden, auch viele MV-Gemeinden berufen sich darauf. Beim letzten Kongess für Weltevangelisation in Kapstadt wurde an die ursprüngliche Erklärung angeknüpft. Ekkehart Vetter stellte einige wichtige Inhalte der Kapstädter Verpflichtung vor.

Die Sprache der Liebe: Wiederholt betont die Kapstädter Verpflichtung eine "Sprache der Liebe", welche die Sprache des Bundes Gottes sei, der unsere Antwort erfordert. Besonders hervorzuheben ist dabei der Abschnitt über die Liebe zum Heiligen Geist. Hier wird deutlich, dass in der Lausanner Bewegung seit Kapstadt eine geistbetonte Frömmigkeit und Evangelisation mehr Gewicht bekommen hat.

Im ersten Teil der Verpflichtung werden die wichtigsten Herausforderungen für evangelistisches Handeln in unserer Zeit genannt, so die Chancen und Grenzen einer bedürfnisorientierten Evangelisation und die gesellschaftlichen Felder der Medien, der Kunst, der Technologie und des öffentlichen Lebens als Bereiche, in denen Christen proaktiv präsent sein müssen.

Die Verpflichtung betont in ihrem zweiten Teil die Einheit und den Frieden. Dabei werden u.a. die Einheit von Juden und Christen, die beide Christus brauchen, und die Einheit ethnischer Gruppen genannt. Christen müssen umkehren, wo sie selber Mitschuld an Feindseligkeiten oder sogar Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Christen sollen sich den Problemen der Armut, der Krankheit AIDS und der Zerstörung der Schöpfung bewusst widmen.

Im dritten Teil geht es um die Begegnung mit anderen Religionen. Hier werden zum einen Sensibilität, Respekt und Offenheit gegenüber anderen Glaubensrichtungen angemahnt, jedoch auch betont, dass Christen offen und klar ihre Positionen vertreten sollen, ohne sich zu verstecken. Als Bewährungsfeld für die weltweite Kirche wird hier das allgegenwärtige Phänomen der Migration genannt: "Wir sind überzeugt, dass die heutigen Migrationen mit dem souveränen missionalen Plan Gottes übereinstimmen." Auch die Religionsfreiheit für alle Menschen wurde in Kapstadt bestätigt. Es sei kein Widerspruch, selber für seinen Glauben zu leiden, und dennoch für die religiöse Freiheit anderer einzutreten.

Der vierte Teil der Kapstadt-Verpflichtung nennt die dringensten evangelistischen Handlungsfelder unserer Zeit: Die unerreichten Volksgruppen, Städte und Kinder.

Der fünfte Teil mahnt die weltweite Kirche zu größerer Demut und Einfachheit des Lebens, der sechste zu größerem Bemühen, die Einheit der Gemeinde in konkreten Partnerschaften in der Evangelisation zu suchen, sowohl vor Ort, als auch auf globaler Ebene, als auch im Miteinander von Männer und Frauen: "Eine geteilte Gemeinde kann einer geteilten Welt keine Botschaft übermitteln."

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