MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Heutzutage muss man nicht weit vor die eigene Türe gehen, um Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen. Teilweise arbeiten sie mit uns, wir gehen bei ihnen einkaufen oder unsere Kinder besuchen die gleiche Klasse oder den gleichen Sportverein. Die Begegnung mit anderen Kulturen kann spannend und aufregend sein - sie kann aber auch herausfordernd und anstrengend werden. Wenn zur fremden Kultur auch noch eine andere Religion hinzukommt, fühlen sich viele überfordert und wissen nicht, wie sie dem anderen begegnen sollen.

Maïté Gressel ist Referentin beim EIMI.Die Akademie für Weltmission (AWM) in Korntal hat 2013 das "Europäische Institut für Migration, Integration und Islamthemen" (EIMI) eingerichtet. Die Arbeit unseres Instituts dient dazu, Menschen zu befähigen, interkulturelle und auch interreligiöse Beziehungen aufzubauen. Menschen sollen dazu befähigt werden, anderen vorurteilsfrei gegenüber zu treten. Dies gilt sowohl für die Mehrheitsgesellschaft als auch für die in Deutschland lebenden Migranten. Deshalb richten sich alle unsere Angebote an beide Seiten. Wichtig ist uns, dass Parallelstrukturen vermieden werden. Ziel darf es nicht sein, dass alle nur friedlich nebeneinander her leben. Vielmehr wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten einen Weg finden, wie unsere kulturelle Vielfalt dazu genutzt werden kann, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu bereichern.

Das kann aber nur gelingen, wenn die Unterschiede auch klar benannt werden können und es darüber hinaus möglich ist, seine Bedenken und Ängste zu äußern. Nur daraus kann sich ein echtes Verständnis von- und füreinander entwickeln, aus dem heraus stabile und vertrauensvolle Beziehungen entstehen können.

Da die Begegnung mit dem Islam für uns Christen eine besondere Herausforderung darstellt, bildet die Auseinandersetzung mit Muslimen einen speziellen Schwerpunkt. Nicht weniger herausfordernd ist aber die Frage, wie wir unsere Glaubensgeschwister aus anderen Kulturen in unsere Gemeinden integrieren können, so dass beide Seiten davon profitieren. Wir sind auch hier davon überzeugt, dass es Wege gibt, die ein Miteinander – nicht ein reines Nebeneinander - und eine gegenseitige Bereicherung ermöglichen und die Vielfalt des Reiches Gottes widerspiegeln.

Das EIMI versteht sich als Teil der AWM als eine Bildungseinrichtung. Durch Publikationen in verschiedenen Medien, aber auch durch Seminare und Schulungen versuchen wir, die Thematik aufzuarbeiten und Menschen fortzubilden, die – beruflich oder ehrenamtlich - interkulturell arbeiten. Aber unsere Angebote richten sich auch an die, die bisher noch keine große Erfahrung in interkultureller Arbeit haben.

Viele deutsche und fremdsprachige Gemeinden haben uns schon eingeladen um Informationen zu einem Thema aus unserem Angebotsspektrum zu erhalten. Dies kann in Form von Vorträgen, Workshops oder Gottesdiensten geschehen. Unsere Themenvorschläge reichen von Fragen zum Islam als Religion und Muslimen in Deutschland über Länderberichte aus einzelnen islamischen Ländern, interkultureller Pädagogik oder Kommunikation bis hin zu theologischen Betrachtungen von Migration und Evangelisation unter Migranten.

Da eine Voraussetzung für eine gelungene Integration das Erlernen der Sprache ist, können sich Mitarbeiter in Deutschkursen, sowie Lehrkräfte an öffentlichen Schulen und Kindergärten, von uns auch Anregungen für Sprachförderung im Deutschunterricht, im Kindergarten und in der Schule holen. Spezifischere Beschreibungen der Angebote finden Sie auf der Website.

Neben den Vorträgen in Gemeinden vor Ort, bieten wir Ihnen außerdem die Möglichkeit, Seminare an der AWM in Korntal zu besuchen. Jeweils für einen Tag können Sie sich im Austausch mit anderen Interessierten aus ganz Deutschland und der Schweiz Wissen zu verschiedenen Fragestellungen aneignen. Hier reicht die Palette der Seminarthemen von "Geschichte der Migration" und "Biblische Theologie der Migration" über "Kulturen verstehen" und  "Interkulturelle Kommunikation" bis hin zu rechtlichen und soziologischen Fragestellungen, Grundwissen in verschiedenen Religionen und praktischen Tipps zum Aufbau von Migrantenarbeit, Gastfreundschaft und multikultureller Zusammenarbeit in der Gemeinde oder anderen Organisationen und Projekten. Neun dieser Tagesseminare, dazu jeweils eine Hausaufgabe und ein einmaliges Praxisprojekt, führen dann zum Abschluss als "Integrationsbegleiter". Wer nicht die gesamte Fortbildung absolvieren will, kann jederzeit an einzelnen Tagesseminaren teilnehmen.

Wir wissen, dass es sich bei den Themen Migration, Integration und Islam um keine neuen Phänomene handelt. Deshalb ist uns die Vernetzung mit anderen Organisationen, Gremien und Verantwortlichen, die sich auch mit diesen Themen beschäftigen, sehr wichtig. Durch den Austausch mit den unterschiedlichen Initiativen hoffen wir, dass Synergieeffekte genutzt werden können, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Integration ist eine Lebensaufgabe für beide Seiten – die, die integriert werden soll und die, die bereit sein muss, zu integrieren. Das EIMI möchte darin für alle Beteiligten Unterstützer, Wegbegleiter und Anleiter sein.

Maïté Gressel ist ev. Theologin und Sprachdidaktikerin für Deutsch als Zweitsprache und seit 2013 Referentin des EIMI.

Kontakt und weitere Infos: EIMI, Hindenburgstraße 36, 70825 Korntal-Münchingen, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.eimi-korntal.eu

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