MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Als Christ in dieser Welt leben - geht es dabei nur um den persönlichen Glauben? Wenn Jesus sagt: "Ihr seid das Salz der Erde", bedeutet das nicht auch, dass die ganze Gesellschaft das spüren wird? Wo reicht es, nur "da" zu sein, und wann ist der Zeitpunkt gekommen, sich einzumischen?

Diese Fragen führten im Januar dieses Jahres zur Gründung des Arbeitskreises "Christ und Gesellschaft" der Philippus-Gemeinde Bielefeld. Bei im lockeren Abstand stattfindenden Treffen, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, wollen die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen und in guter Kultur diskutieren, um aus dem Glauben an Jesus Christus heraus Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Beim zweiten Treffen des Arbeitskreises am 15.04.2011 gab es ein konkretes Thema: "Komm Herr Jesus, sei unser Gast und segne das Essen - auch wenn es alt, vergammelt oder Dioxin-verseucht ist?" In der Einladung hieß es weiter: "Wer hat die Verantwortung: Der Landwirt, der Handel oder die betenden Christen? Sollen wir mit einem Gebet alles runterschlucken oder was können wir tun?"

Die Referenten Dr. Reinhard Meyer zu Bentrup und Egbert PranteBei dem Impuls- und Gesprächsabend unter der Leitung von Cristina Brinkhoff und Gerd Knuth referierten als kompetente Gäste und überzeugte Christen zunächst Dr. Reinhard Meyer zu Bentrup (ehemaliger Landwirt und MdB) und Egbert Prante (Geschäftsleiter eines Großmarktes) aus ihren Erfahrungen zum Thema. Die Teilnehmer erhielten interessante Einblicke in die industrialisierte Produktion von Lebensmitteln und politische Zusammenhänge in der EU. Über die Möglichkeiten, Missstände zu beeinflussen, entstand ein reger Austausch. Dabei wurden folgende Anregungen zusammengetragen:

  • Neben der Bitte um Gottes Leitung beim Einkaufen sollen und dürfen wir auch unseren gesunden Menschenverstand einschalten.
  • Das Tischgebet kann zu einer bewussteren Haltung beim Essen beitragen und in die Dankbarkeit führen.
  • Wir sollen bescheiden und sparsam mit den vorhandenen Ressourcen der Schöpfung umgehen, aber Gottes Gaben auch genießen und uns daran erfreuen.
  • Eine Rückbesinnung auf die Rhythmen der Natur (z.B. Jahreszeiten) kann hilfreich sein.
  • Wenn man sich angesichts der globalen Zusammenhänge und Probleme klein und hilflos fühlt, sollte man seinen eigenen Mikrokosmos betrachten, wo man mit einer Verhaltensänderung viel bewirken kann. Beispielsweise indem man Bekannte unterstützt, die Alternativen zur industrialisierten Lebensmittelproduktion bieten.
  • Letztlich schmeckt das Leben gut, wenn es gesegnet ist: "Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass Du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke." (Psalm 104,14-15)

Cordula Moltzahn
Philippus-Gemeinde Bielefeld

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