MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Seit Anfang November lädt die Olga-Gemeinde zum Näh-Café ein und erlebte eine Überraschung: Es kamen vor allem syrische Männer.

Gegenüber dem Haus der Gemeinde in der Stuttgarter Olgastraße sind seit Kurzem 270 Asylsuchende untergebracht, vorwiegend aus Syrien, darunter 30 Familien.

Um dort ein Kontakt- und Freizeit-Angebot zu machen, knüpfte Olga-Pastorin Käthe Müller an gute Erfahrungen mit Nähprojekten aus einer früheren Auslandstätigkeit (im westafrikanischen Niger) an und rief mit einem kleinen Team ein "Näh-Café" ins Leben.

In Absprache mit der Caritas, die die Unterkunft betreibt, wurde ein Einladungsplakat entworfen. Das Angebot: Dienstags ab 16 Uhr nähen, stricken und häkeln in den Räumen der Olga-Gemeinde, dazu Kinderbetreuung und als Stärkung Tee, Kaffee und Gebäck. Die Mitglieder der Gemeinde reagierten begeistert, und schnell wurden Nähmaschinen, Stoffe, Wolle und weiteres Zubehör gespendet.

Von den ersten Erfahrungen kann Käthe Müller nun berichten: "Die Situation ist eine ganz andere, als ich sie im Niger erlebt habe. Damals kamen wir als Ausländer, die etwas anboten, und die Barrieren waren viel niedriger. Hier sind wir die Einheimischen und die Flüchtlinge kommen traumatisiert, unsicher in einer total fremden Kultur und Sprache hier an, Die Schwelle, die Flüchtlingsunterkunft zu verlassen und in unsere Gemeinde zu kommen, ist enorm hoch. Das Vertrauen muss langsam wachsen, und das geschieht von Woche zu Woche mehr!"

Vor allem überraschend: In Syrien nähen auch und sehr gerne Männer - und sie kamen als erstes zum Näh-Café! Inzwischen sind mittwochs nachmittags knapp 10 Personen in wechselnder "Besetzung" dabei, vornehmlich Männer, aber auch eine ganze Familie ist schon gekommen. "Es herrscht eine fröhliche Atmosphäre, eine wirklich schöne Gemeinschaftsaktion; aus der Gemeinde helfen die mit, die am Nachmittag Zeit haben", berichtet Käthe Müller.

Gegenseitiger Sprachunterricht beim Näh-Café

Neben dem "Handwerklichen" gibt es auch die Gelegenheit zum Sprachaustausch: "Die Verständigung ist schon eine große Herausforderung, die wir mit Hilfe von Google und viel Humor anpacken. Im Näh-Café haben unsere Besucher die Chance, ihre ersten Deutschkenntnisse anzuwenden. Damit das nicht nur einseitig ist, versuchen wir auch arabische Redewendungen von ihnen zu lernen. Das macht viel Spaß."

Es zeigt sich nach mehreren Wochen, dass die Vorbereitung und Durchführung des Näh-Cafés mit einigem Aufwand verbunden ist. Daher versucht das Team nun Lösungen zu finden, um die Arbeit zu optimieren. "Doch die Freude und das fröhliche Beisammensein entschädigen den enormen Arbeitsaufwand", so Käthe Müller. "Wir hoffen und beten, dass die Menschen sich zuallererst willkommen und geliebt fühlen können, dass Vertrauen wächst und dass wir ein Zeugnis für Gottes Liebe sein können."

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