MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Am 26.1.2014 waren Sandra und Reinhard Schlitter zu Gast im Talk-Gottesdienst der Christus-Gemeinde. Ihr Sohn Mirco wurde im Herbst 2010 entführt und fünf Monate später tot aufgefunden. Die Suche nach Mirco und der anschließende Prozess gegen den Täter Olaf H. hatte ein großes Echo in den deutschen Medien ausgelöst.

Reinhard und Sandra Schlitter, Thomas Walther, Matthias Pache (v.l., Foto: W. Dunkel)

Vergebung kann eine Herausforderung für Christen sein - das spürten die Zuhörer im bis auf den letzten Platz gefüllten Gottesdienstraum der CG-HH-Barmbek-Süd. Sandra und Reinhard Schlitter sind Christen, gehören zu einer freikirchlichen Gemeinde in Krefeld.

Doch zunächst ging es um die beiden Menschen und wie sie die Ereignisse vor drei Jahren erlebt haben. Schnell wurde deutlich: Es sind zwei sehr sympathische und im besten Sinne "ganz normale" Menschen, die sich hier den Fragen der beiden Moderatoren Thomas Walther und Matthias Pache stellen. Sie erzählten ruhig und gefasst von dem Tag, an dem Mirco nicht nach Hause kam, und der langen Zeit der Unsicherheit, die folgte. Dass Sie ihre Gedanken und Gefühle sehr bewusst verarbeitet haben und nun mit einem gewissen Abstand davon erzählen können, das spürte man ihnen ab.

Die Frage, ob ihnen angesichts ihrer leidvollen Erfahrung nicht Zweifel an Gott gekommen sind, verneinen sie: "Ich habe ja mit Gott keine Versicherung abgeschlossen", sagt Reinhard. Sie fühlten sich getragen durch Familie, Freunde und Gemeinde und haben dadurch die Fürsorge Gottes erlebt. Für Sandra ist klar: Gott war die ganze Zeit bei ihrem Sohn und hat mitgelitten.

Zum Ende des Gesprächs geht es dann um die Frage der Vergebung: Kann man dem Mörder des eigenen Sohnes vergeben? Schlitters erzählten von dem Prozess gegen Olaf H., der selber eine Familie hat und doch bis zum Schluss keine echte Reue für seine Tat zeigte. Bewusst war die Familie als Nebenkläger aufgetreten, um Akteneinsicht zu bekommen und damit Zugang zu allen Informationen zu haben. Darum saßen sie dem Angeklagten an zahlreichen Prozesstagen direkt gegenüber - dieser wich ihrem Blick jedoch immer aus. Dennoch schien ihre Anwesenheit einen Einfluss zu haben: Andere Prozessbeobachter erzählten, dass der Täter an solchen Tagen, an denen Schlitters nicht im Gerichtssaal sein konnten, sich noch verschlossener und gleichgültiger gegeben hatte.

Für Schlitters war es von Anfang an klar, dass sie würden vergeben müssen. In Familie und Gemeinde wurde schon für den Täter gebetet, als dieser noch nicht bekannt und Mirco noch verschwunden war. Ihre Vergebung ist eine Entscheidung, die sie von Herzen getroffen haben, weil sie wissen, wie gnädig Gott auch ihnen selber ist. Dennoch verrät Reinhard Schlitter, dass sich die Frage nach der Vergebung gegenüber Olaf H. täglich neu stelle, und dass er sich auch jedes Mal dagegen entscheiden könnte.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Matthias Pache den Talkgästen, dass sie auch an diesem besonderen Tag der Einladung in die Christus-Gemeinde gefolgt waren - denn auf den Tag genau drei Jahre zuvor war Mirco aufgefunden worden. Beim Schlussgebet beteten Schlitters auf Wunsch der Gemeinde besonders für Menschen im Publikum, die leidvolle Situationen erlebt haben oder hatten und vielleicht selber zur Vergebung herausgefordert sind.

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