MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Vom 9.-11. November 2012 trafen sich etwa 70 Gemeindeleiter und leitende Mitarbeiter zur jährlichen MV-Leitungstagung im TFZ Niedenstein. Die MV-Kommission "Gesunde Gemeinde" hatte eine Vielfalt von Impulsen vorbereitet, die in bunt gemischten - aber für das Wochenende festen - Kleingruppen oder als Gemeindeleitung vertieft werden konnten. Besonders wertvoll waren jedoch auch wieder die vielen übergemeindlichen Begegnungen und Gespräche zwischendurch, beim "feierlichen Abend" oder bis tief in die Nacht.

Die Konferenz stand unter dem Thema "Charakterbildung und geistliche Reife für Leiter". In ihrem Eröffnungsreferat forderte Regina Gassmann (Hamburg) die Teilnehmer heraus, sich von Gott ein neues Herz schenken zu lassen.  Aspekte einer gereiften Leiterperönlichkeit seien zuversichtlicher Glaube, Wandel in Liebe und eine hoffnungsvolle Ausrichtung. Leiter müssen ihr Herz immer wieder neu von Gott formen lassen und werden dadurch in die Lage veretzt, die Wirklichkeit des Gemeindealltags mit neuen Augen zu sehen. So sei es z.B. möglich, Konflikte nicht nur als Problem, sondern auch als Chance zu begreifen. Gleich im Anschluss konnten die Teilnehmer sich in kleinen Gruppen finden und zu diesem Thema austauschen. Die Zusammensetzung der Gruppen blieb dann während der Tagung bestehen, so dass es möglich war, einige Menschen etwas persönlicher kennen zu lernen.

Leitertagung 2012: Gespräch in Kleingruppen

Am Vormittag des zweiten Tages (Samstag) wurden vier Impulse zum geistlichen Leben eines Leiters präsentiert:

  • Dieter Stiefelhagen (Bremen) ermutigte dazu, in regelmäßigen Abständen den eigenen "geistlichen Puls zu fühlen". Dazu gehöre es, die eigene Persönlichkeitsstruktur von Gott hinterfragen zu lassen und das eigene Selbstbild zu überprüfen. Hilfreich sei es, die eigene Motivation zu hinterfragen, und ehrlich zu beobachten, was Erfolg und Misserfolg mit uns mache. Ziel sei es, sich wieder bewusst auf "den Boden der Gnade" zu stellen.
  • Um das Thema Anbetung ging es in dem Impuls von Johannes Euhus (Osnabrück) - aber nicht in erster Linie um gottesdienstliche Anbetungszeiten, sei Anbetung doch zu allererst eine Lebenshaltung. Im griechischen Wort für Anbetung schwinge zum einen der Begriff "Unterwerfung", aber auch "Freude" mit. Anhand von vir Begriffspaaren (öffentlich - verborgen, geplant - hilflos, darstellend - nackt, ängstlich - begeistert) sprach Johannes Euhus über die Herausforderungen, die gerade Leiter haben, in der freudigen Unterordnung mit Gott zu leben.

Johannes Euhus

  • Ausgehend von dem Buch "9 Wege, Gott zu lieben" von Gary Thomas knüpfte Ekkehart Vetter (Mülheim) direkt an: Er erläuterte, wir sollen Gott mit unserem ganzen Leben suchen , nicht nur begrenzt auf eine bestimmte "Stille Zeit". Gary Thomas beschreibt dazu 9 Wege der Gottessuche (beziehungsorientiert, intellektuell, dienend, kontemplativ, aktivistisch usw.). Die Wege, Gott zu begegnen, seien individuell sehr unterschiedlich, daher könne es für unsere Gottesbeziehung fruchtbar sein, den Weg kennen zu lernen, der uns besonders leicht fällt.
  • Abschließend äußerte Sven Godau (Hamburg) Gedanken zum Umgang mit dem Wort Gottes: Unabhängig davon, welche Wege es uns einfach machen, Gott zu begegnen, brauchen wir den reflektierten Umgang mit Gottes Wort. Dabei geht es nicht primär um Wissen, sondern darum, dass uns Gottes Wort verändert und reinigt. Gott sieht und denkt die Welt anders als wir, daher brauchen wir Gottes Wort, um seine Sicht zu ergreifen - gerade als Leiter.

40 Tipps, 8 Fragen und gutes Essen

Besondere Highlights des Tagung waren z.B. die "40 Tipps für gute Leiterschaft": Kurz und kernig warfen Sven Godau, Ekkehart Vetter und Johannes Euhus Buchempfehlungen, gute Fragen für Leitungssitzungen und zahlreiche "Do's and Dont's" in die Runde. In einer anderen Session hatten die anwesenden Gemeindeleitungsgruppen die Möglichkeit, sich über 8 "Gemeinde-Schlüsselfragen" auszutauschen:

  • Glaube ich an Gottes Eingreifen?
  • Brennt es irgendwo in der Leiterschaft?
  • Brennt es im Kernbereich der Gemeinde?
  • Droht ein Feuer in einem Kernbereich der Gemeinde?
  • Welche Ressourcen liegen brach?
  • Welche Schwäche/Krankheit bremst/nervt gerade am meisten?
  • Wo wollen wir mit Gott in 3/5/7 Jahren sein?
  • Was müsste dann heute passieren? bzw. in 3/12/24 Monaten?

Natürlich fand auch der traditionelle festliche Bankettabend statt: Mit viel gutem Essen, einigen sehr gut gekleideten Gemeindeleitungen, drei Pastoren, die von ihren peinlichsten Momenten erzählten, sowie lustigen und ernsten Gesprächen ging ein langer, arbeitsreicher, inspirierender, gesegneter Tag in den frühen Morgenstunden zu Ende.

Festlicher Buffettabend

Weitere Themen

Im Hinblick auf gesunde und zukunftssichere Gemeinden, wurden noch drei weitere Themen angesprochen:

  • Sven Godau sprach darüber, dass Leitung der Gemeinde eine "geistliche Elternschaft" und Vorbildfunktion bedeute: "Wenn wir es nicht tun, tun es andere." Daher können wir unser Privatleben nicht von der Leitungsaufgabe in der Gemeinde trennen. Geistliche Elternschaft bedeutet, dass Gott unser ganzes Leben durchdringt - und unsere geistlichen Kinder sollen das an uns sehen (Hebr. 13,7).  Auch bedeute dies, dass Gemeindeleitungen viel Energie in Einheit investieren sollten - denn Kinder hassen Scheidung.
  • Zu "leidenschaftlicher Leitung" führte Ekkehat Vetter aus: "Geistliche Leiter investieren meist mehr als der Durchschnitt - was aber sind die geistlichen Triebfedern, aus der heraus wir arbeiten?" Er zeigte auf, was Leidenschaftskiller sein können: Verunsicherung, Überforderung/Überlastung, Konflikte, Widerstand gegen Neues oder Erfolglosigkeit.
  • Schließlich sprach Johannes Euhus über "Schlüsselmomente" im Leben eines Leiters: Am Beispiel von König Saul zeigte er, dass Gott einen Leiter oft in besonders herausfordernde Situationen führt. In diesen gilt es dann, die Nähe Gottes zu suchen (was Saul oft versäumt hatte), um daran zu wachsen und für größere Verantwortung vorbereitet zu werden.

Waren ebenfalls zur Leitertagung angereist: Miriam und Markus Diekmann berichteten von ihrer Arbeit bei BOCCS in Sambia.

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