MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

Die VEF äußert sich in einer Erklärung an die Bundesregierung besorgt über Rüstungsexporte, Militäreinsätze und die Gestaltung von Schuluntericht durch Angehörige der Bundeswehr.

Kriegsdienstverweigerung im individuellen Sinne, als Reaktion auf die Wehrpflicht, gibt es in Deutschland nicht mehr. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen hat darum ihre Beratungsangebote für Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst beendet. Mit großer Dankbarkeit für das starke, jahrzehntelange beratende Engagement ihrer dafür eingerichteten Arbeitsgruppe hat die Vollversammlung der VEF auf ihrer diesjährigen Tagung im Tagungszentrum Niedenstein deren Arbeit gewürdigt und abgeschlossen.

Friedensethik, gelebte Friedensdienste und das grundsätzliche Engagement für den Frieden bleiben dabei zentrales Thema der VEF. In  ihren Arbeitsgruppen, federführend durch die AG "Evangelium & gesellschaftliche Verantwortung", wird sie sich auch in Zukunft mit  ganzer Kraft diesen Themen widmen.

Aus aktuellem Anlass hat die Vereinigung Evangelischer Freikirchen heute einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die  Bundesminister des Äußeren, der Verteidigung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung gesandt.

In ihrem Schreiben geben die vierzehn evangelischen Freikirchen friedensethische Impulse. So stellen sie mit Besorgnis fest, dass "in Deutschland das Kalkül eines militärischen Eingreifens in der Bewertung internationaler Konfliktfelder immer selbstverständlicher erscheint", und äußern sich kritisch zum Aufweichen der gesetzlich festgelegten restriktiven Rüstungspolitik.

Auch sprechen sich die Unterzeichner dagegen aus, dass in einigen Bundesländern Kooperationsvereinbarungen zwischen Kultusminsterium und Bundswehr zur Unterrichtsgestaltung bestehen:

"Im Rahmen der politischen Schulbildung soll die Akzeptanz einer Sicherheitspolitik erreicht werden, die den Einsatz militärischer Gewaltselbstverständlich vorsieht. Dieses kann und wird zur Folge haben, dass sich bei Schülern und Schülerinnen der Eindruck festigt, Gewalt sei grundsätzlich, also auch für die eigenen alltäglichen Streitigkeiten, ein angemessenes Mittel. Dieses steht im krassen Widerspruch zu unseren Vorstellungen einer Friedenserziehung, wie wir sie in der Nachfolge Jesu Christi verstehen: zu lernen und zu akzeptieren, auch in bedrohlichen Situationen auf dem Weg der Gewaltfreiheit zu bleiben und auf dessen versöhnende Wirkung zu vertrauen. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass unsere Kinder und auch wir als Gesellschaft nicht zum Krieg sondern zum Frieden erzogen werden müssen."

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