MÜLHEIMERVERBANDFreikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV)

 
Mülheimer Verband
Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden e.V.



MV-Präses-News
Juli 2017
 

Hallo, liebe Freunde
im Mülheimer Verband!


Insbesondere zwei Themen möchte ich in meinen Präses-News heute ansprechen. Die News werden diesmal etwas länger als sonst, aber ich hoffe auf Eure interessierte Lektüre:
   

„Ehe für alle“

Ich war letzte Woche, zwischen MV-Vorstand in Rot am See und Ordination von Merlin Fürstenberg in Berlin-Prenzlauer Berg, mit Sabine für zwei Tage in Prag – eigentlich als kurzer Urlaub bei gleichzeitigem reinschnuppern in awakening europe in Prag gedacht, da wurde im Hauruckverfahren im Bundestag die „Ehe für Alle“ durchgepeitscht. Meine Internetverdrahtung in Prag war nur begrenzt, aber es brach trotzdem eine Mailflut herein, die deutlich machte, wie sehr dieses Thema Menschen bewegte. Als Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hatten wir noch ganz kurzfristig vorher eine Stellungnahme veröffentlicht, die auf FACEBOOK hunderte Male geteilt, geliked und mit Missfallen versehen wurde – das komplette Programm.
Diese Stellungnahme könnt ihr auf der [MV-Website] oder auf meiner FB-Seite nachlesen. Ich will sie hier nicht neu referieren, sondern nur einige Gedanken ergänzen, die auch die Mail- und Reaktionsflut auf den Beschluss am vergangenen Freitag im Bundestag ein wenig mit einbeziehen.
   
Zunächst einmal: Wir haben als MV vor wenigen Wochen unser Ethikbuch „Ethische Entscheidungen treffen - Orientierung in stürmischen Zeiten“ in 4. Auflage veröffentlicht – übrigens sehr empfehlenswerte Lektüre! Warum ist Ethik von solcher Bedeutung? Warum werden für alle möglichen Fragen Ethikkommissionen gegründet? Weil sich immer wieder die Frage stellt, wie bestimmte gesellschaftliche Grundwerte oder Grundsatztexte, z.B. unser Grundgesetz, auf sich neu stellende Fragen und Handlungsfelder angewendet werden muss. Jüngstes aktuelles Beispiel: Technisch geht die Entwicklung in Richtung autonomes Autofahren, und so wurde eine Ethikkommission berufen, die kürzlich 20 Regeln für selbstfahrende Autos vorgestellt hat.
Gesamtgesellschaftlich hat sich im Westen in Bezug auf Ehe und Sexualität vieles geändert. Manches davon ist zu begrüßen. So ist homosexuell empfindenden Menschen in der Vergangenheit viel Unrecht zugefügt worden. Im Ethikbuch schreiben wir dazu, dass „eine staatliche Diskriminierung und damit verbundene oft auch strafrechtliche Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht im Sinne Jesu ist. Wir stellen uns ebenfalls gegen eine gesellschaftliche Diskriminierung, innerfamiliäre Ächtung und Gewaltanwendung bis hin zu Ehrenmorden gegenüber Menschen mit homosexueller oder transsexueller Orientierung. Wir bedauern sehr, dass wir, wie viele andere christlichen Kirchen auch, an dieser Stelle in der Vergangenheit Schuld auf uns geladen haben, insbesondere auch dann, wenn homophil empfindenden Menschen der Eindruck vermittelt wurde, sie seien erst dann in der christlichen Gemeinschaft willkommen, wenn sie ihre Neigung verändert hätten, statt ihnen mit unvoreingenommener Liebe und Annahme zu begegnen.“
   
Die andere Seite ist: Unser Grundsatztext ist die Bibel, das Wort Gottes. Und wir haben zu fragen, ob und welche Antworten die Bibel unter anderem auf sich verändernde ethische Fragestellungen gibt. Und ich will uns ermutigen, hier auch die Anfragen an traditionelle Positionen zu hören. Ich habe in den letzten Tagen unglaublich viel Anfragen gelesen, z.B. solche:
  • Haben die Christen nichts Wichtigeres zu tun, als sich hier aufzuregen? Der Vorwurf lautet: Geht lieber auf die Straße Obdachlosen helfen und zeigt eure Nächstenliebe, statt euch mit diesem Thema zu beschäftigen. Kümmert euch um den Hunger in der Welt, um Langzeitarbeitslose usw. usf. Es gibt so viele wichtigere Themen!
  • Ist es verfassungsrechtlich wirklich bedenklich, die Grundgesetze vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Strömungen (neu) zu interpretieren? Ist es nicht sogar ein Gewinn unserer Verfassung, sie vor dem Hintergrund historischen Wandels auch neu auslegen zu können?
  • Viele Kritiker fragen: Welche christliche Ehe“ ist denn durch die "Ehe für alle" gefährdet?
  • Christen sollen, dürfen und werden sich an der Bibel orientieren. Aber der (säkulare) Staat muss neutral sein und kann nicht „christliche Politik“ machen.
  • Schauen wir doch in europäische Nachbarländer. Dort gibt es zum Teil schon viele Jahre „Ehe für alle“-Regelungen und der „Selbstmord der Zivilisation“ ist nicht eingetreten.
  • Warum regen sich Christen über das Adoptionsrecht für Homosexuelle auf? Es gibt so viele Kinder, die höchst problematische (heterosexuelle) Elternhäuser haben oder die alleinerziehend von Mutter oder Vater erzogen werden, ohne deswegen durch das Rollenbild des fehlenden Geschlechts geprägt werden zu können.
Warum liste ich viele der Einwände an unsere Position auf? Weil ich glaube, dass es uns nicht hilft, nur zu behaupten. Wir müssen Argumente hören, wahrnehmen und differenziert argumentieren! Dabei ist und bleibt die Grundlage unserer ethischen Argumentation die Bibel. Und ich bin sicher, dass das biblische Leitbild der lebenslangen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, von Vertrauen und Liebe geprägt, ein unübertroffenes Zukunftsmodell auch für unsere Zeit ist. Hier kann sich Sexualität entfalten, und dies ist der beste und gottgewollte Rahmen für die mögliche Weitergabe des Lebens an die nächste Generation. Durch die „Ehe für alle“ wird ein Eheverständnis aufgeweicht, von dem Jesus sagt, dass seit der Schöpfung klar war, wie Ehe zu verstehen sei.
Das haben auch die Mütter und Väter des Grundgesetzes so gesehen. Und noch 2002 hat das Bundesverfassungsgericht unmissverständlich erklärt:
Die Ehe [kann] nur mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts geschlossen werden, da ihr als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner innewohnt. (...) Zum Gehalt der Ehe ... gehört, dass sie die Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft ist. Namhafte Experten sagen, dass ohne eine Änderung der Verfassung das Gesetz nicht in Kraft treten kann. Vielleicht ist das aber mehr Gebetsanliegen als realistische politische Option angesichts der personellen Zusammensetzung des Gerichts.
  
Entschuldigt bitte mein
lautes Nachdenken“ in diesen Präses-News. Aber dieses Thema hat in den letzten Tagen alles überlagert. Und ich wünsche mir sehr, dass wir, Einwände von Zeitgenossen sorgfältig wahrnehmend, deutlich und einladend auf die guten Ordnungen unseres Schöpfers hinweisen können und ethische Entscheidungen finden, die in der Heiligen Schrift die letztlich maßgebende Grundlegung haben.
  
Im MV-Ethikbuch sind noch eine Menge weiterer Themen verhandelt. Ethik ist wichtig! Bitte besorgt euch das Buch in den Gemeinden und lest die verschiedensten Aufsätze zu unterschiedlichsten Themen.

  

Gebet und FACEBOOK

Eine Bitte zum Schluss: Ich bin superdankbar, wenn ihr meinen Dienst im Gebet begleitet. Eine einfache Möglichkeit für Informationen zu meinem Dienst sieht so aus: Es gibt eine inoffizielle Gruppe bei FACEBOOK (nur Mitglieder können den Inhalt und die Gruppe sehen. Sie erscheint nicht in der Suche), wo ich regelmäßig Gebetsanliegen poste und mitteile, was gerade so in meinem Dienst anliegt, damit Menschen aktuell für mich beten können. Wer von euch auf FB unterwegs ist und zu dieser Gruppe hinzugefügt werden möchte, teile mir das bitte mit. Vielen Dank!

Ganz herzlichen Dank, ihr lieben Freunde, wenn ihr die MV-Präses-News in den Gemeinden verbreitet! Ich danke euch sehr herzlich für euren Einsatz! Viel Segen!
Ganz herzlich grüßt, euer     
Pastor Ekkehart Vetter, Christus-Gemeinde Mülheim an der Ruhr
Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden e.V.
Bitte beachtet folgende Hinweise zu den Präses-News:
Die MV-Präses-News erscheinen in unregelmäßigen Abständen. Ekkehart Vetter will damit Anteil geben an dem, was ihn bewegt, bzw. was die MV-Leitung bewegt. Diese News sollen informieren, zum Gebet motivieren und Erwartung darauf wecken, was Gott in der MV-Familie noch tun wird!

Dieser Text und das/die Foto(s) - siehe die Downloadmöglichkeiten - können deshalb gerne in den MV-Gemeinden weitergeleitet oder auf andere Weise kommuniziert werden.
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Email an Ekkehart Vetter senden Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Hinweise zum Buch "Ethische Entscheidungen treffen":
Das Buch (4. Auflage, Mai 2017, überarbeitet und erweitert) liegt in fast allen MV-Gemeinden vor und ist somit vor Ort erhältlich.

Ansonsten kann das Buch bestellt werden beim:

Missionsverlag des Mülheimer Verbandes

Preis: 7,50 EUR plus Versandkosten

        (Versandkostenfrei für Endabnehmer ab 20 EUR)

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